Es wird immer davon gesprochen, Magnesium einzunehmen, dabei ist reines Magnesium nicht verfügbar. Magnesium liegt immer in Form eines positiv geladenen Ions (Mg²⁺) vor, das an andere Stoffe gebunden ist, beispielsweise an Magnesiummalat, Magnesiumglycinat oder Magnesiumcitrat.

In letzter Zeit erregt die Wirkung von Magnesium-L-Threonat in der Wissenschaft Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu den bisher verfügbaren Magnesiumpräparaten weist die Kombination von Magnesium mit L-Threonat eine verbesserte Bioverfügbarkeit im Gehirn auf. L-Threonat kommt natürlicherweise im Vitamin-C-Stoffwechsel vor und hat nichts mit der Aminosäure L-Threonin zu tun. Die erhöhte Bioverfügbarkeit von Magnesium-L-Threonat ist besonders bei Beschwerden im Zusammenhang mit Demenz, Lern- und Gedächtnisproblemen sowie psychischen Erkrankungen von Nutzen. Darüber hinaus wirkt sich Magnesium-L-Threonat positiv auf das Mikrobiom und die Integrität der Darmwand aus. Da häufig ein durchlässiger Darm (leaky gut) mit einem durchlässigen Gehirn (leaky brain) einhergeht und die dadurch in das Gehirn gelangenden Fremdstoffe zu leichten, chronischen Gehirnentzündungen führen können, die sich sowohl in Form psychischer Probleme, Demenz oder Lernschwierigkeiten zeigen können, ist Magnesium-L-Threonat besonders interessant.

Magnesium-L-Threonat wirkt direkt im Gehirn

Magnesium-L-Threonat passiert die Blut-Hirn-Schranke effizient und erhöht den Magnesiumspiegel im Gehirn viel stärker als andere Magnesiumpräparate. Ein höherer Magnesiumspiegel im Gehirn fördert neue Verknüpfungen der Nervenzellen (Neuroplastizität) und wirkt sich somit positiv auf das Gedächtnis aus. Der Anstieg des Magnesiumspiegels im Gehirn verändert auch die GABA-Rezeptoren positiv. GABA ist ein Neurotransmitter mit beruhigender Wirkung. Bei einer hohen Magnesiumkonzentration kann GABA besser wirken, was beruhigend wirkt und die Schlafqualität verbessert. Darüber hinaus erhöht Magnesium im Gehirn die Produktion des Schlafhormons Melatonin, was sich ebenfalls positiv auf den Schlaf auswirkt.

Magnesium-L-Threonat gegen Alzheimer

In einer Studie mit alzheimerkranken Mäusen, die Magnesium-L-Threonat und ein Statin erhielten, zeigte sich, dass die Kombinationstherapie zu positiven Veränderungen führte. Die Konzentration des wichtigen Neurotransmitters Acetylcholin, der für eine gesunde Gehirnfunktion notwendig ist und bei Alzheimer-Patienten häufig erniedrigt ist, stieg an. Oxidativer Stress im Gehirn, der ebenfalls bei Alzheimer häufig vorkommt, ließ nach. Ablagerungen zwischen den Gehirnzellen (amyloide Plaques) und Verwachsungen innerhalb der Gehirnzellen (neurofibrilläre Tangles) waren bei den Tieren, die Magnesium-L-Threonat und ein Statin erhielten, geringer als bei den Mäusen, die nur das Statin erhielten. Die Studie deutet darauf hin, dass Magnesium-L-Threonat gegen Alzheimer wirkt. Allerdings ist auch ein gesunder Energiestoffwechsel im Gehirn von entscheidender Bedeutung, der nur mit einer ketogenen oder Low-Carb-Ernährung erreicht werden kann. Auch Sport wirkt sich positiv auf den Energiestoffwechsel im Gehirn aus.

Magnesium-L-Threonat wirkt auch im Darm

In einer anderen Studie an Mäusen wurde festgestellt, dass sich Magnesium-L-Threonat positiv auf die Zusammensetzung des Mikrobioms auswirkt. Insbesondere nahmen die Bakterienstämme Bifidobacterium und Turicibacter zu, während Allobaculum-Stämme abnahmen. Dies hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Magnesium-L-Threonat wirkt sich auch positiv auf die Verbindungen zwischen den Darmzellen, den sogenannten Tight Junctions, aus. Dies trägt zur Heilung eines Leaky Guts und somit auch eines Leaky Brains bei.

Dank Magnesium-L-Threonat ein besseres Gedächtnis!

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie in China erhielten 109 gesunde Erwachsene im Alter von 18–65 Jahren täglich 2 g Magnesium-L-Threonat sowie die Vitamine C und D oder ein Placebo über einen Zeitraum von 30 Tagen. Die Teilnehmer, die Magnesium-L-Threonat erhielten, zeigten signifikante Verbesserungen ihrer Denkleistung und ihres Erinnerungsvermögens im Vergleich zu den Teilnehmern, die das Placebo erhielten. Ältere Teilnehmer profitierten stärker als jüngere.


Quellen:
Liao W, Wei J, Liu C, et al. Magnesium-L-threonate treats Alzheimer's disease by modulating the microbiota-gut-brain axis. Neural Regen Res. 2024;19(10):2281-2289. doi:10.4103/1673-5374.391310
Gangoda DM, Saiyed MS, Pathan SR, et al. Enhanced Neuroprotective Synergy of Atorvastatin and Magnesium L-Threonate in a Rat Model of Alzheimer's Disease Induced by Aluminum Chloride. Cureus. 2023;15(11):e48400. Published 2023 Nov 6. doi:10.7759/cureus.48400
Zhang C, Hu Q, Li S, et al. A Magtein®, Magnesium L-Threonate, -Based Formula Improves Brain Cognitive Functions in Healthy Chinese Adults. Nutrients. 2022;14(24):5235. Published 2022 Dec 8. doi:10.3390/nu14245235



Über die Autorin:


"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.

Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:

„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"


Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Dr. Kristina Jacoby.