Gibt es unter Ihnen noch jemand der mit sich hadert, wenn es um tägliche Bewegung als Zukunftsinvestition geht? Gibt es jemanden, der es einfach nicht schafft einmal am Tag in Schwung zu kommen, der immer eine Ausrede parat hat? Jemanden, der vor der Freiheit der Selbstbestimmung flieht, weil es Verantwortung bedeutet?

Wir befinden uns in der Jahreszeit der Frustration. Es platzen die ersten viel zu großen Träume des Jahres und damit werden auch die Fitnessstudios wieder leerer. Wir neigen nun dazu, Ausreden zu finden:


„Entweder ich halte meinen Trainingsplan perfekt ein – oder ich lasse es gleich ganz.“

„Ich kenne jemanden, der trotz Kraftsport viel Rückenschmerzen hat. Bewegung ist wohl überschätzt.“

„Wenn ich jetzt wieder anfange zu laufen, ruiniere ich mir bestimmt sofort das Knie.“

„Sport hat bei mir noch nie funktioniert, das wird auch diesmal nichts.“

„Ich fühle mich gerade so erschöpft. Also ist Bewegung im Moment eindeutig falsch für mich.“

„Ich muss mindestens eine Stunde trainieren, sonst lohnt es sich nicht.“


Psychologisch betrachtet spiegeln diesen Gedanken systematische Denkfehler wider, die viele von uns kennen: Wir denken zu oft in Ganz-oder-gar-nicht, achten vor allem auf das, was gegen Bewegung spricht, malen uns mögliche Folgen schlimmer aus, als sie sind, ziehen aus einzelnen Erfahrungen falsche Schlüsse oder halten unser momentanes Gefühl für einen Beweis. Dazu kommen starre Vorstellungen davon, wie Sport „sein muss“. All das verstellt den Blick darauf, dass schon kleine Schritte Bewegung zu einer echten Zukunftsinvestition machen.

Dabei schafft Bewegung das, wonach der Mensch seit jeher frönt: Freiheit.

Statt im eigenen Käfig der Ausreden und Erklärungen festzustecken, sollte jeder diesem Gefühl entgegeneifern, denn echte Gesundheit erhält Freiheit bis in das hohe Alter. Während tägliche Bewegung im Hier und Jetzt insbesondere unsere Lebensqualität erhöht, ist sie für den betagten Menschen die beste Möglichkeit, um ohne große Einschränkungen zu altern: Menschen, die in ihrem 60. Bis 70. Lebensjahr körperlich aktiv sind, halbieren ihr Risiko später im Pflegeheim zu leben. Doch selbst die, die sich ein Leben lang nicht bewegt haben, können durch Bewegung noch Muskelkraft, Gehfähigkeit, körperliche Leistungsfähigkeit und Kognition retten (1,2).

Manchen wird durch den Kopf gehen, dass Freiheit in dem Kontext ein zu großes Wort ist. Doch wer das tägliche Leid der Menschen beim Arzt, im Krankenhaus oder anderen Einrichtungen sieht, dem wird früher oder später bewusst:

Frei ist, wer sich selbst Gesetze geben kann.
(Frei nach Immanuel Kant)


Quellen:
(1) Gibson AA, Gale J, Stamatakis E, Lindley RI, Fontana L, Cistulli PA, et al. Impact of lifestyle risk factors on admission to nursing home care: a cohort study of 127 108 people aged 60 years and over. J Epidemiol Community Health. 2023;77(12):744–751. doi:10.1136/jech-2023-220518.
(2) Rodríguez-Rodríguez S, Oviedo GR, López-de-Celis C, Bosch-Sabater J, Jovell-Fernández E, Pérez-Bellmunt A, et al. Stay active, stay healthy: a cross-sectional view of the impact of physical activity levels on health parameters of older adults institutionalized in nursing homes of Barcelona. Life (Basel). 2025;15(3):412. doi:10.3390/life15030412.



Über den Autor:


“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.

Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“

Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!

Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."


Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors und Finschwimmers Justus Mörstedt.