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Zuckerentzug fühlt sich wie Sucht an
Wer sich hierzulande ganz normal ernährt, isst oft Brot, Pasta, Reis, Kuchen und Snacks aus Getreide. Diese Lebensmittel liefern schnell verfügbare Einfachzucker und trainieren Körper und Gehirn auf ständigen Nachschub. Bricht die Versorgung abrupt ab, meldet sich ein starkes Verlangen nach Süßem. Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und innere Unruhe sind typische Zeichen. Wie nah das an Sucht ist, zeigte ein Tierversuch. Ratten bekamen Zuckerwasser, gewöhnten sich daran und zeigten bei Entzug deutliches Leiden. Ihre Zähne klapperten, die Tiere wurden ängstlich und zogen sich zurück statt neugierig die Umgebung zu erkunden.
Belohnungssystem in Schieflage
Die Forscher fanden die Ursache im Gehirn. Durch die wiederholte Dopaminausschüttung unter Zucker fiel die Zahl der Rezeptoren für diesen Botenstoff. Bleibt Zucker aus, fehlt die gewohnte Stimulation des Belohnungssystems, Entzugserscheinungen treten auf. Der Mechanismus erinnert an Drogen, nur das Ausmaß ist bei Drogenabhängigen in der Regel größer. Aber auch beim Kohlenhydrate-Rausch folgt auf das kurze Hoch oft ein Stimmungsabfall. Das Ergebnis ist der Drang nach Nachschub und damit eine Spirale aus Hunger auf Süßes und erneuter Belohnung.
Zucker hat viele Namen
Wer den Ausstieg versucht, stolpert über Etiketten mit harmlos klingenden Begriffen. Hinter Dextrose, Maltodextrin, Traubensüße, Xylit, Stärkesirup, Süßmolkenpulver, Glucose, Fruchtzucker, Dicksaft oder Saccharose verstecken sich nur Varianten weniger Zuckerarten. Im Handel kursieren rund siebzig Bezeichnungen. Werbesprüche wie mit natürlicher Fruchtsüße oder ohne Zuckerzusatz oder mit Pflanzensirup gesüßt klingen beruhigend, senken die Menge an Süßmachern jedoch kaum. Oft wird Haushaltszucker nur gegen fructosereiche Alternativen getauscht.
Der Ausstieg lohnt sich
Nach einigen Tagen ohne Zucker und Getreideprodukte flacht das Verlangen ab. Der Blutzucker stabilisiert sich, die Energie kehrt zurück, die Stimmung wird ruhiger. Das Belohnungssystem erholt sich. Ganz ohne Zuckertrick.
Quelle: Avena NM, Rada P, Hoebel BG. Evidence for sugar addiction: behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake. Neurosci Biobehav Rev. 2008;32(1):20-39.
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"
