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Die vergessene Makronährstoff-Quelle Sauerstoff
- warum optimierte Atmung die Basis legt, auf der auch hochwertige Supplemente ihre volle Wirkung entfalten können.
Sie können wochenlang ohne Essen leben, mehrere Tage ohne Wasser – aber nur wenige Minuten ohne Sauerstoff. Und doch denken wir beim Thema „Nährstoffe“ fast nie an den wichtigsten von allen. Sauerstoff ist der Treibstoff jeder Zelle, die Basis für Energieproduktion und Regeneration. Die Menge, die wir atmen, ist nicht das Problem – sondern, wie wir ihn tatsächlich im Körper nutzen.
Atmen ist nicht gleich versorgen
Viele Menschen atmen zu schnell, zu flach oder dauerhaft durch den Mund – oft unbewusst. Dieses Muster senkt den CO₂-Gehalt im Blut. Das klingt zunächst positiv („mehr Sauerstoff, weniger CO₂“), führt aber paradoxerweise dazu, dass weniger Sauerstoff an die Zellen abgegeben wird. Der Grund: der sogenannte Bohr-Effekt. Ohne genügend CO₂ hält das Hämoglobin den Sauerstoff fester und gibt ihn nicht so leicht ans Gewebe ab. Das Ergebnis: Auch wenn genug Sauerstoff in der Lunge ankommt, erreicht er nicht effizient die Mitochondrien – die Kraftwerke Ihrer Zellen.
Warum Sauerstoff ein Makronährstoff ist
Makronährstoffe liefern Energie – und genau das macht Sauerstoff, nur auf zellulärer Ebene. In den Mitochondrien wird er genutzt, um ATP zu produzieren, die universelle Energiewährung des Körpers. Schon kleine Verbesserungen in der Sauerstoffverwertung können spürbare Unterschiede machen: Sie steigern die körperliche Leistungsfähigkeit, beschleunigen die Erholung nach Belastung und senken oxidativen Stress, der Zellen vorzeitig altern lässt. Studien zeigen: Eine Atemfrequenz von etwa 5–6 Atemzügen pro Minute kann die Herzratenvariabilität erhöhen, Stresshormone reduzieren und die Sauerstoffversorgung des Gewebes verbessern.
Regeneration beginnt mit dem Atem
Optimierte Sauerstoffnutzung bedeutet: schnellerer Abbau von Stoffwechselabfallprodukten, effizientere Reparaturprozesse und eine stabilere Energieversorgung – nicht nur für Sportler, sondern auch im Alltag. Wer unter Konzentrationsschwäche, Energieeinbrüchen am Nachmittag oder schlechter Schlafqualität leidet, profitiert oft schon von gezieltem Atemtraining. Sportler nutzen diese Techniken, um ihre VO₂max zu steigern – die Messgröße für maximale Sauerstoffaufnahme und -verwertung. Auch im Büro kann ein bewusstes Atemintervall vor einer wichtigen Besprechung die mentale Klarheit und Gelassenheit erhöhen.
Ihr Sauerstoff-Upgrade
Starten Sie einfach: 1–2 Mal täglich 5 Minuten nur durch die Nase atmen, 5 Sekunden ein, 5 Sekunden aus. Schultern locker lassen, Bauchbewegung spüren. Diese einfache Übung steigert Ihre CO₂-Toleranz, optimiert die Sauerstoffabgabe und beruhigt das Nervensystem. Wer das mit moderater Bewegung kombiniert – etwa einem Spaziergang – verstärkt den Effekt noch. Die Wirkung: mehr Energie, schnellere Erholung, ein wacherer Geist.
Fazit
Sauerstoff ist der übersehene Makronährstoff, der keine Kalorien liefert, aber jede Zelle nährt. Wer seine Atmung optimiert, gibt seinem Körper das effektivste „Nährstoff-Update“ überhaupt – mit sofort spürbarer Wirkung.
Weiterführende Studien
- Courtney, R. (2019). The functions of breathing and its dysfunctions and their relationship to breathing therapy.International Journal of Osteopathic Medicine, 31, 11–23.
doi.org/10.1016/j.ijosm.2018.10.003
→ Übersicht zu Atemmustern, CO₂-Toleranz und Sauerstoffverwertung. - Russo, M. A., et al. (2017). The physiological effects of slow breathing in the healthy human. Breathe, 13(4), 298–309.
doi.org/10.1183/20734735.009817
→ Zeigt, wie langsames Atmen HRV steigert, Stress senkt und Sauerstoffversorgung verbessert. - Naranjo, J., et al. (2015). The influence of controlled breathing on oxygen uptake and VO₂ kinetics during submaximal exercise. European Journal of Applied Physiology, 115(3), 489–496.
doi.org/10.1007/s00421-014-3030-2
→ Belegt, dass kontrolliertes Atmen die Sauerstoffaufnahme und Leistungsparameter verbessert.
Über den Autor:
Dr. Matthias Wittfoth macht Hirnforschung spürbar: Als Neurowissenschaftler, Diplom Psychologe und CEO der Dr. Wittfoth Longevity GmbH synchronisiert er Gehirn, Körper und Bewusstsein für messbar mehr Lebensjahre in Vitalität.
Seine drei Power-Hebel
- Neuro-Longevity – Protokolle, die synaptische Alterung bremsen.
- Breath- & Kälte-Resets – Stress wird dort gelöst, wo er entsteht: im Nervensystem.
- KI-Personalisierung – individuelle Stacks statt One-Size-Fits-All.
Dr. Wittfoth coacht Vorstände bei BCG & Co., interviewte in seinen Podcasts Inside Brains, Der Atemcode und Matthias X inspirierende Forscher, Künstler und Biohacking-Legenden. Ab Q4 2025 liefert sein neues Format einzigartige Impulse, die man nicht nur versteht, sondern sofort im eigenen Körper erlebt.
Mission: Klarer denken. Tiefer fühlen. Länger leben. – Und genau das erwartet Sie in seinen News.