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Wann Laufschuhe ihren Dienst quittieren und warum es früher ist als viele denken
Die meisten Laufschuhe halten zwischen vierhundert und achthundert Kilometern. Wer regelmäßig laufen geht, hat diese Summe schnell voll. Danach verliert der Schaum in der Zwischensohle einen großen Teil seiner Dämpfung. Genau diese Dämpfung schützt Knochen, Sehnen und Gelenke bei jedem Schritt. Wenn sie nachlässt, steigen die Aufprallkräfte, die Lauftechnik verändert sich und das Verletzungsrisiko wächst spürbar. Das kann zu Schmerzen in den Unterschenkeln, Knien oder zu Sehen-Problemen führen.
Warum die Lebensdauer begrenzt ist
Der Schaum in der Zwischensohle wird bei jedem Lauf komprimiert. Mit der Zeit ist diese Kompression nicht mehr rückgängig zu machen. Studien zeigen, dass Schaumstoffe wie EVA nach etwa achthundert Kilometern bis zur Hälfte ihrer Stoßabsorption verlieren. Die Folge sind höhere Druckspitzen unter Ferse und Vorfuß, die den Körper zu Ausweichbewegungen zwingen. Manche Läufer landen stärker auf der Ferse, andere verlängern unbewusst ihren Schritt. Beides erhöht die Belastung. Wer etwas mehr wiegt, wer viel auf Asphalt läuft oder wer von Natur aus eher auf der Ferse landet, nutzt seine Schuhe noch schneller ab. Zwei bis drei Paare im Wechsel zu tragen kann die Lebensdauer eines einzelnen Schuhs verlängern, da der Schaum Zeit bekommt sich zu erholen.
Welche Verletzungen drohen
Wenn Schuhe alt werden, steigen die Aufprallkräfte um zehn bis zwanzig Prozent. Diese Dauerbelastung führt nicht sofort zu Problemen, aber sie sammelt sich an. Die häufigsten Folgen sind Schienbeinkantenschmerzen, ein Reizsyndrom an der Innenseite des Unterschenkels. Auch die Plantarsehne unter dem Fuß leidet unter höheren Druckkräften und kann mit stechenden Schmerzen im Bereich der Ferse reagieren. Das Knie zählt ebenfalls zu den Risikoregionen. Durch den Verlust an Stabilität in abgenutzten Schuhen können sich die Kräfte rund um die Kniescheibe ungünstig verändern. Die Achillessehne ist ein weiteres Beispiel. Fehlt die Führung im Rückfuß, steigt ihre Belastung und es kann zu steifen oder schmerzhaften Beschwerden kommen. Oft ist nur ein Bein oder ein Fuß betroffen, da fast jeder oder jede etwas asymmetrisch läuft. Es können aber auch beide Beine oder Füße schmerzen.
Woran man das Ende der Schuhe erkennt
Ein guter Anhaltspunkt sind die mit den Schuhen absolvierten Kilometer. In vielen Lauf-Apps oder in den Smartphone-Anwendungen von Fitnessuhren kann man eintragen, ab wann man ein Paar Schuhe nutzt. Die App zeigt dann automatisch die mit den Schuhen gelaufenen Kilometer an. Leider funktioniert das bei den meisten Apps nur mit einem Paar Schuhe. Wer zwei Paare im Wechsel nutzt, muss selbst etwas rechnen oder die Kilometer der verschiedenen Paare grob abschätzen. Starke Falten im Schaum, die man seitlich im Sohlenbereich sieht, oder durchgewetzte Bereiche der Außensohle sind ebenfalls klare Zeichen. Oft merkt man es sogar beim Laufen, wenn die Beine früher ermüden, wenn der Schuh hart wirkt oder wenn die Pace bei gleichem Einsatz schlechter wird. Untersuchungen zeigen, dass die Laufeffizienz schon nach dreihundertzwanzig Kilometern um wenige Prozent sinken kann.
Neue Schuhe erhalten die natürliche Laufbewegung und reduzieren das Risiko für Überlastungen. Wer regelmäßig läuft, sollte daher nicht warten, bis Schmerzen auftreten. Frische Schuhe sind kein Luxus, sondern für ein gesundes Training essenziell.
Quelle: Verdejo R, Mills NJ. Heel-shoe interactions and the durability of EVA foam running-shoe midsoles. J Biomech. 2004 Sep;37(9):1379-86. doi: 10.1016/j.jbiomech.2003.12.022. PMID: 15275845.
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"
