Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Um die neuen Datenschutzrichtlinien zu erfüllen, müssen wir Sie um Ihre Zustimmung für Cookies fragen. Weitere Informationen
Ablagerungen vs. Fitness
Mike Mutzel hat die Tage eine weitere interessante Studie vorgestellt, in der die Frage gestellt wird, welcher Messwert tatsächlich ein hohes Sterberisiko vorhersagt. Wie ich schon anhand vieler Studien vorgestellt habe, es ist nicht der LDL-Wert.
In der Studie von Michael Blaha wurden mehrere Studien ausgewertet, die vor allem Personen untersucht haben, bei denen sich bereits eine Ablagerung gebildet hat. Die Personen wurden per CT untersucht, wo der sogenannte CAC-Wert ermittelt wird. Der sollte bestenfalls bei Null liegen. Bei den in den Studien untersuchten Personen lagen jedoch häufig Ablagerungen vor. Die Auswertung von Michael Blaha kommt zu dem Schluss, dass CAC und der Grad der persönlichen Fitness die beiden besten Werte sind, die eine gute Vorhersage ermöglichen.
Doch schauen wir uns eine zitierte Studie ganz konkret an: Yoav Arnson samt Team haben in Summe 10.690 Patienten über 9 Jahre beobachtet. Alle Teilnehmer haben einen CAC-Wert ermitteln lassen und angegeben, wie aktiv sie Sport betreiben:
Der Graph links oben (A) zeigt die Teilnehmer, bei denen keine Ablagerungen per CAC-Scan ermittelt wurden. Man erkennt, dass über 10 Jahre auch kaum Patienten verstorben sind, egal ob sie Sport gemacht haben oder nicht.
Der Graph rechts oben (B) zeigt die Verteilung der Teilnehmer mit einem moderaten CAC-Score von bis zu 399. Dort erkennt man bereits einen Unterschied, ob die Teilnehmer Sport ausgeübt haben oder nicht. Denn diejenigen, die keinen Sport ins Leben integriert haben, hatten nur eine 93-prozentige Wahrscheinlichkeit, die 10 Jahre zu überleben im Vergleich zu den eher sportlicheren Teilnehmern, die alle über 95 Prozent liegen. Doch in der Gruppe C, der Gruppe links unten mit einem CAC-Wert von über 400, ist das Ergebnis dann wesentlich deutlicher. Noch einmal die Anmerkung, alle Teilnehmer in der Gruppe C haben bereits signifikante Ablagerungen. Doch die Gruppe, die sehr viel Sport macht (extensive exercise), hatte eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 95 Prozent, hingegen die gleichen Teilnehmer, die keinen Sport ausübten über diese 10 Jahre, nur zu ca. 75 Prozent überlebt haben.
Wie immer habe ich mir auch die Basisdaten angeschaut und da ist mir ein Wert direkt in die Augen gefallen:
Die Gruppe, die keinen Sport wahrnimmt, ist die Gruppe, die mit Abstand den höchsten Anteil an Diabetes Typ-2 aufweist, was ein Stück weit Hand in Hand geht mit Sport, Muskeln, Energieverbrauch und vor allem natürlich einer korrekten Ernährung. Und hier ist die Wahrscheinlichkeit auch einfach hoch, dass die Gruppe mit der höchsten sportlichen Aktivität ggf. auch ein wenig beim Essen hinterfragt.
Was nehmen wir mit?
Man ist keinem Blutwert oder Messwert im Leben einfach so ausgeliefert. Wie man anhand dieser beiden Studien erkennen kann: Selbst wenn man bereits signifikante Ablagerungen entwickelt hat, kann man das Risiko, daran zu sterben, mit Selbstverantwortung in Form von Bewegung – und ich füge noch an, Essen samt einer gezielten Nahrungsergänzung – positiv beeinflussen. Denn wie wir von Sarah Hallberg wissen: Diabetes Typ-2 kann man mit einer ketogenen Ernährung umkehren.
Quellen:
Coronary artery calcium and physical fitness e The two best predictors of long-term survival, Michael J. Blaha et al., 2014, DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2014.01.016
Impact of Exercise on the Relationship Between CAC Scores and All-Cause Mortality, Yoav Arnson et al.,, 2017, DOI: 10.1016/j.jcmg.2016.12.030
Effectiveness and Safety of a Novel Care Model for the Management of Type 2 Diabetes at 1 Year: An Open-Label, Non-Randomized, Controlled Study, Sarah Hallberg et al., 2018, DOI: 10.1007/s13300-018-0373-9