Dr. Strunz und ich hatte Ihnen schon einmal eine erste Studie von David Ludwig zum Thema Carnivore-Ernährung vorgestellt( siehe https://www.strunz.ch/haben-sies-mitbekommen.html). Wir finden nun eine Bestätigung dieser Funde durch die Veröffentlichung von Rainer Klement, also schauen wir uns das einmal an und räumen auch weiter mit einigen Vorurteilen auf.

In der in 2025 veröffentlichten Arbeit wurden 24 Teilnehmer ausgewählt, die eben noch nicht diese Art der Ernährung über einen längeren Zeitraum verfolgen. Einer der Kritikpunkte an der Arbeit von David Ludwig. Zudem wurden wichtige Blutwerte im Rahmen der Studie vorher und nachher analysiert. Was man auch noch erwähnen muss: 67% der Betroffenen hatten bereits eine Diagnose bekommen, die sie veranlasst, ihre Ernährung zu verändern. Und noch ein wichtiger Punkt: Man hat die Teilnehmer auch nach deren Wohlbefinden befragt, also Labor und subjektive Faktoren wurden kombiniert ermittelt. So, schauen wir auf die Daten:





Das ist ein ziemlich überzeugendes Gesamtergebnis, gerade auch der Rückgang der chronischen Erkrankungen, die die Teilnehmer vorweg hatten bzw. die Gesundheit generell (overall health). Würde man diese Resultate durch eine Pille erreichen können, der Hersteller wäre sehr schnell sehr reich, nur wird es das nie geben, da hier ein ganzheitlicher Heilungsansatz verfolgt wird. Das zeigt vor allem auch ein Blick auf einige Blutwerte:





Zwei Teilnehmer konnten durch die Umstellung ihrer Ernährung ihren Prä-Diabetes in Remission bringen und insgesamt ist das Entzündungsverhalten im Körper stark gefallen, nämlich von 0,60 mg/dL auf 0,1 mg/dL. Und man kann an der Stelle mit der Falschbehauptung aufräumen, dass tierische Produkte zur Gicht beitragen. Wie wir hier sehen, wo die Teilnehmer z.T. sehr große Mengen an Fleisch verzehren, fällt der Blutwert Harnsäure (Uric Acid) sogar leicht. Denn Harnsäure ist vor allem dann erhöht, wenn Insulin zu hoch ist. Doch bei dieser Form der Ernährung fällt Insulin über die Monate auf das normale Niveau, und somit können die Nieren Natrium wie auch Harnsäure problemlos ausscheiden. Ein erhöhter Insulinwert führt dazu, dass die Nieren beides stärker zurückhalten. Somit ist nicht Fleisch oder Salz etwa Schuld an Gicht oder hohem Blutdruck, sondern das erhöhte Insulin, was sehr häufig durch Zucker und zu viele Kohlenhydrate über die Jahre auf sehr hohe Werte steigt.

Was ich auch anmerken möchte: In der Studie steigen LDL, HDL wie auch das Gesamtcholesterin an. Das ist normal, wenn der Körper deutlich mehr Fett verstoffwechselt und absolut kein Grund zur Sorge, siehe mein kleiner Ratgeber zum Thema Cholesterin samt der enthaltenen Studien. Es sei auch erwähnt, dass sich auch diese Werte über die Jahre normalisieren.

Was nehmen wir mit?

Auch wenn diese Studie mit einer recht kleinen Gruppe durchgeführt wurde, die Ergebnisse sind mehr als beeindruckend und jeder, der sich mit einer chronischen Erkrankung befassen muss, der sollte über diese Form der Ernährung als Reset einmal nachdenken. Mann kann von dort aus prima auf Low Carb wechseln und dabei ausprobieren, welche Kohlenhydrate einem bekommen und welche nicht. Welche pflanzlichen Nahrungsmittel einem bekommen und welche nicht.



Quelle:

Subjective Experiences and Blood Parameter Changes in Individuals From Germany Following a Self-Conceived “Carnivore Diet”: An Explorative Study, Rainer Klement et al., 2025, DOI: 10.7759/cureus.82521




Über den Autor:

“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”


Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors Robert Krug.