Es sind Erfolgsgeschichten, die uns Menschen bewegen, vor allem wenn sie von Ärzten kommen wie Dr. med. Nelum Dharmapriya. Sie ist eine Südasiatin (Sri Lanka), die in Australien wohnt. Und wie so viele, dachte sie, dass sie mit dem Meiden von „bösen Fetten und Fleisch“ alles richtig macht. Doch mit Anfang 50 bekommt sie die typischen Symptome eines Prä-Diabetes wie Übergewicht, schlechte Blutfettwerte (siehe meinen Cholesterinratgeber), zu viel Bauchfett, Sodbrennen, Schnarchen, schlechten Schlaf und sie ist oft vernebelt im Kopf (Brain Fog). Doch mit einer Low Carb- Ernährung bekommt sie all diese Probleme binnen Monaten in den Griff und wird neugierig und forscht.
Sie stellt auf Basis einer Datenbank für Patienten in Australien fest, dass Südasiaten in Australien lebend:
- Eine nahezu doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für Diabetes Typ-2 ausweisen (15-20 Prozent im Vergleich zu 8-12 Prozent)
- 5-10 Jahre früher mit Diabetes Typ-2 diagnostiziert werden
- Ein 2-mal höheres Risiko für eine koronare Herzerkrankung haben
- 30-40 Prozent hohen Blutdruck haben
- ein 50 Prozent höheres Risiko für einen Schlaganfall haben
Immer im Vergleich zur restlichen Bevölkerung von Australien. Auf der Suche nach den Ursachen findet sie heraus, dass die Bauchspeicheldrüse von Südasiaten generell weniger Insulin herstellen kann im Vergleich zu Kaukasiern und dass viszerales Fett die Bauchspeicheldrüse weiter schwächt. Zudem sind Südasiaten vom Phänotyp eher zierlich und können im Vergleich schlechter subkutanes Fett aufbauen, so dass der Körper schneller das gefährlichere viszerale Fett bildet, sprich, es gibt viel mehr TOFIs (siehe https://www.strunz.ch/ich-bin-ein-tofi.html).
Diese Analyse von Nelum Dharmapriya wird durch eine Studie vom Team um Ashok Vaidya insofern bestätigt und unterstrichen, als sie feststellen, dass ca. 30 Prozent einer jungen Teilnehmergruppe im Alter von 15 bis 25 Jahren bereits viel zu hohe Insulinwerte haben.
Das Schöne ist, dass sie ihre Gemeinschaft kennt und daher einen ganzheitlichen Ansatz für ihre Patienten verfolgt. Sie empfiehlt:
- Stressmanagement (Yoga, Meditation, Schlaf)
- Ernährung auf Basis von Low Carb, vor allem auch die gewohnten Fette zum Kochen verwenden wie Kokosöl und Ghee und auf eine gute Versorgung mit Eiweiß achten
- moderate Bewegung
- Meidung von Fertigessen und Snacks
- auf den kulturellen Aspekt von Südasiaten achten, dass die Älteren eher auf ihre Kinder als auf Ärzte hören
Was nehmen wir mit?
Es sind mal wieder die einfachen Dinge, die hier den Erfolg bringen. Das Besinnen auf eine zu uns Menschen passende Ernährung und Lebensweise, die hier den Erfolg bringt. Denn auch wenn wir Kaukasier etwas langsamer insulinresistent werden, ist das Ergebnis am Ende das Gleiche und auch die Vermeidung dieses Problems ist daher sehr ähnlich, auch wenn hier die Eltern eher weniger auf die Kinder und eher auf die Ärzte hören.
Quelle:
Hyperinsulinemia: an early biomarker of metabolic dysfunction, Ashok B. Vaidya et al., 2023, DOI: 10.3389/fcdhc.2023.1159664