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Erste-Hilfe für den nervösen Sportler
Unser einer kennt es. Da gibt es dieses nervöse Kribbeln, die rasenden Gedanken, die abflachende Atmung, den kalten Schweiß, die drückende Blase, den trockenen Mund, die urplötzliche Müdigkeit, das Herzstolpern. Wir kennen Angst. Trotzdem suchen wir sie, weil schon allein das Überwinden dem trägen Alltags-Ich ein überlebenswichtiges Signal sendet: Du bist ein Sieger.
Wer sich traut an Wettkämpfen teilzunehmen, macht etwas Exklusives. Er wagt. Und nur wer wagt, wird wachsen. Das neue Gefühl der Selbstwirksamkeit bringt uns einen Endorphinsturm sondergleichen. So muss sich fliegen anfühlen.
Darum laufen rund 75000 Deutsche jährlich Marathon, melden sich bei Triathlon-Veranstaltungen an, treten in Masters-Vereine ein, organisieren Turniere und…
messen sich.
Wer einmal von diesem Fieber infiziert wurde, wird ein Wiederholungstäter. Doch jetzt wird der Mensch schnell perfektionistisch. Er will immer besser sein als zuvor, denkt, dass Leistung linear zunimmt. Dann geht es schnell: der Athlet gewöhnt sich an den emotionalen Zustand, braucht mehr Nervenkitzel.
Achtung! Denn genau an diesem Punkt öffnet sich eine große Falltür: Der Wunsch nach mehr Leistungsfähigkeit, oder auch besseren Platzierungen, Zeiten, etc., wird zum persönlichen Dogma gekrönt. Dabei soll Sport und Wettbewerb etwas anderes vermitteln.
Ich kenne zahlreiche, insbesondere junge Athleten, die diesem Weg zum Opfern fallen. Sie setzen sich große Ziele viel zu kurzfristig. Das ist ein Vorhaben, welches meist zum Scheitern verurteilt ist. Viele, auch ich, mussten erst schmerzlich lernen, dass zu viel Druck, und ganz besonders der eigene Perfektionsanspruch, die Angst wieder unverhältnismäßig hochkochen lassen. Sie lähmt uns nun wieder, macht uns beinahe handlungsunfähig. Einen Wettkampf würde ich so nicht antreten können! Das Verlieren wäre vorprogrammiert.
Also was tun, wenn derartige Gedanken, beispielsweise vor einem Wettkampf, Turnier oder Rennen den Geist zu stark eintrüben, lähmen, anfällig für Gegner machen?
Bei Angst und Panik, suchen Sie (zumindest in Gedanken) folgendes in Ihrer Umgebung:
- 5 Dinge, die Sie sehen können.
- 4 Dinge, die Sie anfassen können.
- 3 Dinge, die Sie hören können.
- 2 Dinge, die Sie riechen können.
- 1 Ding, das Sie schmecken können.
Na klar, der Fokus auf die Umgebung ist nicht für jeden das Zaubermittel. Doch zum Glück gibt es die verschiedensten Herangehensweisen. Viele Sportler beamen sich z.B. mit Musik in eine andere Welt. Doch, und das ist mein persönliches Empfinden bei dem Thema, kommt dann schnell der Schreck, wenn die Musik verklingt. Denn am Ende entscheidet nicht die Angst über Sieg oder Niederlage – sondern der Umgang mit ihr.
Schließlich kann jeder, wirklich jeder, diesen Zustand überwinden und sich wie ein Sieger fühlen. Fehlt nur noch eins: man muss es MACHEN!
Über den Autor:
“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.
Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“
Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!
Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."
