Dass ein Auto zum Fahren Strom oder Sprit benötigt, ist jedem von uns klar. Fahre ich schneller oder länger, benötigt mein Auto mehr davon.

Diese metaphorische Herangehensweise ist auf den Menschen übertragbar. Wenn ich mehr leiste, also meinem Körper mehr abverlange, dann verbraucht er mehr Energie, die ich ihm über die Nahrung wieder zur Verfügung stellen muss.

Sie fragen sich: Worauf will er hinaus? Das ist doch simpelste Physiologie?

Diese „simple“ Physiologie wurde von der renommierten Sportphysiologin Dr. Anne Loucks in eine Formel gepackt. (News vom 11.12.2025) Die Formel errechnet, wieviel Energie unser Körper braucht, um neben Auf- und Umbauprozessen auch hormonelle- und weitere Stoffwechselkreisläufe aufrecht zu erhalten. Wir reden über Sexualfunktion, Konzentration, Verdauung, Menstruation, Knochendichte sowie generelle Verletzungsanfälligkeit.

Das so nahe liegende scheint oft ferner zu sein, als unser einer glaubt. Das beweist eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse des Medical Colleges der University of Central Florida. Aus der Analyse von 59 Studien mit insgesamt 6118 Athleten ergab sich, dass rund 45 % von einer zu geringen Energieverfügbarkeit (Low Energy Availability) betroffen waren. Fast jeder Zweite!

Ja… Diese hohe Zahl ergibt sich vor allem aus Ausdauer-, ästhetischen und Gewichtsklassensportarten. Denn in der Metaanalyse waren unter anderem Läufer, Radfahrer, Triathleten, Schwimmer, Turner, Tänzer und Fußballer vertreten. Doch zeigt nicht gerade dieser Zusammenhang ein fundamentales Paradoxon der Sportwissenschaft auf?!

Die Konsequenz, allein auf die sportliche Leistungsfähigkeit bezogen, ist der sichere Weg in die Niederlage: Verminderte Ausdauerleistung, Trainingsanpassung, Koordination, Konzentration, Explosivkraft und Agilität sowie häufigere krankheitsbedinge Trainingsausfälle (1). Wer sich langfristig in diesem kritischen Bereich befindet, wird darüber hinaus auch im Alltag Ausfallerscheinungen erfahren, die den Körper nachhaltig schädigen können.

Wie dem unbewussten Absturz in eine dauerhaft zu geringe Energieverfügbarkeit entgegengewirkt werden kann, wie genau die eigene Verfügbarkeit berechnet wird, oder welche Blutwerte sich eignen, um frühzeitige Veränderungen aufzudecken, lesen Sie in den kommenden Newslettern. Bis dahin können Sie mit Hilfe der oben verlinkten News einmal Ihre eigene „Energy Availability“ berechnen – ob Sie damit wirklich richtig lagen, folgt. Und na klar: Ein Blick darauf lohnt sich auch für jeden anderen, der gerne ein paar Kilo weniger auf die Waage bringen will, ohne Selbstkasteiung zu betreiben.



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Quelle:

(1) Gallant TL, Ong LF, Wong L, Sparks M, Wilson E, Puglisi JL, Gerriets VA. Low Energy Availability and Relative Energy Deficiency in Sport: A Systematic Review and Meta-analysis. Sports Med. 2025 Feb;55(2):325-339. doi: 10.1007/s40279-024-02130-0. Epub 2024 Nov 1. PMID: 39485653.