Eine vegane oder vegetarische Ernährung gilt als zukunftsweisend und verantwortungsvoll. Manche halten sie sogar für gesund. In den vergangenen Jahren haben Millionen Menschen tierische Produkte aus ihrem Speiseplan gestrichen, darunter besonders viele junge Menschen, die sich vermutlich erst in Jahrzehnten Gedanken um ihre Knochengesundheit machen werden.

Eine Metaanalyse, in der Daten von über 529.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus vier großen Studien, die über lange Zeiträume liefen, ausgewertet wurden, zeigt ein klares Muster. Demnach geht vegetarische Ernährung mit einem um 25 Prozent höheren Hüftfrakturrisiko einher und vegane Ernährung sogar mit einem um 75 Prozent höheren Risiko, verglichen mit Menschen, die Fleisch oder Fisch essen.


Warum Fleisch vor Knochenbrüchen im Alter schützt

Knochen brauchen bestimmte Bausteine für ihre ständige Erneuerung. Dazu benötigen sie Calcium und Phosphat-Ionen für die Mineralisierung, Proteine für die Erneuerung der Knochen und den Muskelerhalt sowie Vitamin D für die Calciumaufnahme. All diese Nährstoffe kommen in tierischen Lebensmitteln in besonders gut verwertbaren Formen vor. Calcium aus Milchprodukten ist bioverfügbarer als Calcium aus Spinat oder Mandeln, da Oxalate und Phytate in pflanzlicher Kost die Aufnahme hemmen. Vitamin D liefern fetter Fisch und Eier, Pflanzen hingegen kaum. Protein ist zwar in Hülsenfrüchten und Nüssen vorhanden, aber die Qualität und die Gesamtmenge reichen, besonders im Alter, häufig nicht aus.

Hinzu kommt ein indirekter Faktor, der oft unterschätzt wird. Muskelkraft und Balance schützen vor Stürzen, die wiederum Hüftfrakturen verursachen können. Wer wenig Protein zu sich nimmt, verliert leichter Muskelmasse, insbesondere, wenn er älter wird und gleichzeitig wenig Sport treibt.


Was folgt daraus?

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt und langfristig gesund bleiben möchte, braucht einen Plan. Dazu gehört mindestens einmal jährlich eine Blutuntersuchung, bei der Aminosäuren, Vitamin D, Mineralstoffe, Fettsäuren und B-Vitamine gemessen werden. Wahrscheinlich wird kein Vegetarier oder Veganer um eine gezielte Supplementierung wichtiger Nährstoffe, insbesondere von Protein, herumkommen. Der Plan sollte auch zwei- bis dreimal wöchentliches Krafttraining zum Muskelaufbau und -erhalt enthalten.




Quelle:

Ballarin RS, Lazzarin T, Minicucci MF, et al. Vegetarian and Vegan Diets and the Risk of Hip Fracture in Adults: A Systematic Review and Meta-analysis. Nutr Rev. Published online November 23, 2025. doi:10.1093/nutrit/