Für mich sind es häufig die Geschichten, die einen begeistern, so wie die von Dr. Susan Swanston, einer ganz normalen Allgemeinmedizinerin aus Australien. Sie plaudert zunächst aus dem Nähkästchen, dass sie bei Patienten mit chronischen Schmerzen (Fibromyalgie) oder chronischer Erschöpfung resigniert geseufzt hat, wenn diese sich bei ihr in der Praxis angemeldet hatten. Das lag vor allem daran, dass die Schulmedizin nicht wirklich viel im Angebot hat, um den Zustand der Patienten zu verbessern.
Doch dann lernte Susan Swanston die Vorteile einer ketogenen Ernährung kennen, vor allem, dass diese Ernährung durch die Bank weg Entzündungswerte senkt. Zudem haben Ketonkörper sehr viele weitere positive Eigenschaften, vor allem bei einem solchen Krankheitsbild. Und zu guter Letzt fand Susan Swanston mehrere interessante Studien zu exakt diesen Fällen, u. a. die von dem Team um Kieron Rooney. Dieses Team hat insgesamt 847 Studien ausgewertet, bei denen die Patienten weniger als 130 Gramm Kohlenhydrate pro Tag zu sich nahmen. 64 dieser Studien befassten sich mit neurologischen Diagnosen und gaben eine Verbesserung von 83 Prozent infolge der Ernährung an. Weitere 63 Studien befassten sich direkt mit Entzündungswerten und berichteten eine erfolgreiche Senkung in 71 Prozent der Fälle.
Begeistert von diesen Ergebnissen empfahl Susan Swanston zwei Patienten den Umstieg auf eine ketogene Ernährung, nachdem diese zu ihr kamen und schon einige Ärzte konsultiert hatten. Bei beiden Patienten hatte sie großen Erfolg. Die Fibromyalgie ist zwar nicht weg, aber deutlich reduziert. Die Frau hatte z. B. keinerlei Schmerzen mehr in den Handgelenken und bei dem Mann waren die Schmerzen in den Füßen nun zu ertragen. Zudem hatten beide deutlich mehr Energie, sodass der Mann wieder Vollzeit arbeiten konnte. Die Frau hingegen konnte zudem über neun Kilogramm in sechs Monaten abnehmen und war der guten Susan Swanston extrem dankbar.
Was nehmen wir mit?
Es ist wieder mal kein Medikament, das den Patienten hilft. Im Gegenteil: Der Mann konnte nach und nach die ihm von einem anderen Arzt verschriebenen Psychopharmaka ausschleichen, die bei ihm zu einer Gewichtszunahme geführt hatten. Der Erfolg kam durch die Umstellung der Ernährung, in diesem Fall auf eine ketogene Ernährung. Wer die vielen Vorteile dieser Ernährung vertiefen möchte, der findet in meinem Buch „Low Carb – Long Life“ viele Beispiele mit Studien, welche positiven Wirkungen Ketonkörper in unserem Stoffwechsel entfalten.
Quelle:
Low-carbohydrate and ketogenic diets: a scoping review of neurological and inflammatory outcomes in human studies and their relevance to chronic pain, Kieron Rooney et al., 2023, DOI: 10.1017/S0954422422000087