Süßungsmittel wie Erythrit, Xylit oder Sorbit gelten als gesunde Alternative zu Haushaltszucker. Der Blutzuckerspiegel steigt nicht an, sie enthalten kaum Kalorien und sind trotzdem süß. Wissenschaftlich werden sie als Zuckeralkohole bezeichnet. Obwohl sie keinen Alkohol in Form von Ethanol, wie er in Wein oder Bier vorkommt, enthalten, sind alle Verbindungen, bei denen ein Sauerstoff- und ein Wasserstoffatom an einem Kohlenstoffatom gebunden sind, chemisch gesehen ein Alkohol.
Warum Zuckeralkohole den Darm reizen
Zuckeralkohole werden im Dünndarm nur unvollständig aufgenommen. Was nicht resorbiert wird, wandert weiter in den Dickdarm und zieht dort Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Darm. Der Stuhl wird weich bis flüssig. Gleichzeitig vergären Darmbakterien die unverdauten Moleküle, wobei Gase entstehen. Das erklärt, warum auf den Durchfall häufig auch Blähungen und Krämpfe folgen.
Erythrit ist die bessere Wahl
Erythrit verursacht deutlich weniger Beschwerden als Xylit, Sorbit oder andere Zuckeralkohole. Denn der Körper nimmt Erythrit größtenteils bereits im Dünndarm auf und scheidet es über die Niere aus. Trotzdem gibt es eine Schwelle. Eine japanische Studie ermittelte eine unwirksame Dosis von etwa 0,5 bis 0,7 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ab 50 Gramm pro Portion trat häufiger vorübergehender Durchfall auf. Bei Kindern zeigte sich bei 20 bis 25 Gramm signifikant mehr Durchfall als unter Placebo, bei bis zu 15 Gramm dagegen nicht.
Sorbit, Mannit, Xylit, Lactit im Vergleich
Sorbit und Mannit werden besonders schlecht aufgenommen und gelten als klassische Abführmittel. Mannit wird in der Diagnostik sogar genutzt, um die Durchlässigkeit der Darmwand zu prüfen. Xylit liegt im Mittelfeld, ist aber bei höheren Mengen ebenfalls problematisch. Lactit verhält sich ähnlich.
Wer besonders empfindlich reagiert, sind Menschen mit Reizdarmsyndrom. Auch Menschen mit FODMAP-Sensitivität oder ungünstigem Mikrobiom reagieren oft schon bei geringeren Mengen.
Quellen:
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