Es ist manchmal atemberaubend, auf welche Ideen Menschen kommen und die sie dann auch noch empfehlen. Ein neuer Trend im Internet ist die Sardinen-Diät, die traurigerweise auch noch aus dem Lager der ketogenen Ernährung kommt. Die Idee dahinter ist, dass man mit einer Ernährung, die ausschließlich aus Sardinen besteht, relativ gut abnehmen und sicherlich auch gut Ketonkörper herstellen kann. Jetzt kommt jedoch das Aber, denn das ist aus meiner Sicht das Problem, wenn man nicht ganzheitlich unterwegs ist.

Wir wissen, dass Meeresfische leider hoch belastet sind mit Schwermetallen. Und wir wissen, dass kleine Fische eher kleinere Mengen an Quecksilber beinhalten. Das ist so weit richtig, aber Sardinen haben leider einen sehr hohen Gehalt an Arsen und einen durchaus nennenswerten Gehalt an Cadmium und eben auch an Quecksilber. Und das trifft nicht nur auf Sardinen zu, sondern auch auf Heringe. Doch bleiben wir bei Sardinen: Die Studie von Valter do Nascimento zeigt auf, dass bei 120 Sardinen aus der Dose der Arsengehalt über dem Wert liegt, der von der WHO als unbedenklich für den Menschen gilt. Das Problem von Arsen ist, dass es unsere Mitochondrien in den Zellen schädigt und schwächt und im Verdacht steht, Krebs auszulösen.

Doch Arsen ist nicht das einzige Problem. Die in Dosen verpackten Fische haben ein weiteres großes Problem, nämlich Bisphenol-A (BPA). Durch die Zubereitung der in Öl eingelegten Fische in Dosen, die beim Schließen stark erhitzt werden, wandert das Bisphenol-A sehr leicht in das Öl und somit in das Fett der Sardinen. Bisphenol-A wirkt sich negativ auf unseren Hormonhaushalt aus und die Fische aus der Dose haben leider eine sehr hohe Belastung mit dieser Chemikalie. Die EU hat das Problem auch erkannt und denkt immerhin über ein Verbot nach.


Was nehmen wir mit?

Man sollte beim Verzehr von Meeresfisch inzwischen sehr vorsichtig sein. Ich habe leider schon häufiger gesehen, wie sich Leser durch den Verzehr von Meeresfisch sehr stark mit Quecksilber, Cadmium, Blei uns Arsen belastet haben. Doch Quecksilber ist nicht das einzige Problem, wie wir mit dieser News sehen. Beim Abbau von Arsen und Quecksilber kommt dann auch noch hinzu, dass wir Menschen vollkommen unterschiedlich gut oder schlecht darin sind, diese Schwermetalle mittels unsere Enzyme auszuleiten. Zudem sollte man für alle Lebensmittel Verpackungen in einer Dose meiden, um BPA aus dem Weg zu gehen. Deutlich besser sind Glasgefäße.




Quellen:

Migration of bisphenol A from can coatings--effects of damage, storage conditions and heating, I Cooper et al., 2004, DOI: 10.1080/02652030400011387

Exposure to Toxic Metals and Health Risk Assessment through Ingestion of Canned Sardines Sold in Brazil, Valter Aragão do Nascimento et al., 2022, DOI: 10.3390/ijerph19137678