Ein Vitamin-D-Mangel kann längere Zeit ohne eindeutige Symptome bestehen. Normalerweise bildet unser Körper Vitamin D, wenn ausreichend nackte Haut im Sommer Sonnenlicht ausgesetzt ist. Metaphorisch gesprochen: Die durchgebräunte Omi auf dem Dauercampingplatz ist vermutlich besser versorgt als der Büroangestellte. Wobei ich hier bewusst außer Acht lassen möchte, dass der Bräunungsgrad mancher Dauercamper eher an eine Bratwurst erinnert als an das Maß einer gesunden Sonnenexposition.

Vitamin D nehmen wir außerdem über die Nahrung auf. Wer das fettlösliche Vitamin nicht supplementiert, führt allerdings über eine normale Mischkost nur geringe Mengen zu. Das Besondere: Wann und ob ein Mangel des Sonnenvitamins tatsächlich zu Symptomen führt, ist eine sehr individuelle Angelegenheit.

Menschen reagieren abhängig von Ausgangsversorgung, Körpergewicht, Aufnahmefähigkeit und genetischen Voraussetzungen unterschiedlich auf dieselbe Vitamin-D-Dosis. Gleichzeitig kann ein Vitamin-D-Mangel lange Zeit ohne eindeutige Beschwerden bestehen.

Erst bei länger anhaltendem und schwerem Mangel kann sich eine relevante Störung der Knochenbildung entwickeln. Typische Beschwerden eines ausgeprägten Mangels können Muskelschwäche, Muskel- und Knochenschmerzen sowie in fortgeschrittenen Fällen Frakturen sein.


Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei der Sportler. Er beansprucht Knochen, Bindegewebe, Muskulatur und Nervensystem stärker als der Durschschnitt. Deshalb ist es zumindest plausibel, dass ein über längere Zeit im Alltag unauffälliger Mangel unter hoher sportlicher Belastung eher funktionell auffällt. Doch bitte nicht gleich aufschreien! Leistungsabfall, schlechte Regeneration, Muskelbeschwerden oder fehlende Motivation können auch zahlreiche andere Ursachen haben: Überlastung, Schlafmangel, Eisenmangel oder unzureichende Energiezufuhr.

Wenn aber im Blut tatsächlich ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel festgestellt wurde, ist Geduld gefragt. Bei Beschwerden, die wirklich durch einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel verursacht werden, kann eine Besserung innerhalb einiger Wochen beginnen. Bis sich Symptome vollständig zurückbilden, können mehrere Monate vergehen – vorausgesetzt natürlich, sie standen tatsächlich mit dem Mangel in Zusammenhang.


Es gilt also wie so oft: Wer misst, wird schlauer. Und ja, wer sich im Campingstuhl regelmäßig durchbrutzeln lässt, dürfte gute Chancen auf einen ordentlichen Vitamin-D-Spiegel haben. Ob wir aber dabei noch von einer artgerechten Sonnenexposition sprechen, muss ich wohl nicht beantworten.