Anknüpfend an die schöne News von Kristina Jacoby zum Thema Magensium-L-Threonat (siehe https://www.strunz.ch/magnesium-l-threonat-spiziell-fuer-die-gehirngesundheit.html) habe ich eine weitere interessante Eigenschaft von Magnesium kennengelernt, nämlich dass Magnesium durchaus den Schlaf verbessern kann. Um das herauszufinden, hat das Team um Andreas Hahn in Summe 155 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren rekrutiert, um ihnen entweder 250 mg Magnesium-Bisglycinat oder ein Placebo zu geben. Dabei haben die Teilnehmer den sogenannten Insomnia Severity Index (ISI) vor und nach 28 Tagen gemeldet, sprich wie gut oder schlecht sie geschlafen haben. Dabei ist Folgendes herausgekommen:



Nach 28 Tagen hat die Gruppe, die Magnesium eingenommen hat, einen signifikant besseren Wert erzielt (je niedriger, desto besser). Die Forscher haben zudem einen zweiten Wert ermittelt, die sogenannte Sleep Quality Scale (SQS) – auf Deutsch Schlafqualitätsskala.



Auch hier hebt sich die Gruppe, die 250 mg Magnesium am Tag eingenommen hat, signifikant von der Placebo-Gruppe ab.

Der biochemische Hintergrund liegt in der Wirkungsweise beider Zutaten: Magnesium wie auch Glycin. Denn diese spezielle Form von Magnesium als Magnesium-Bisglycinat führt dazu, dass man Magnesium wie auch die Aminosäure Glycin zu sich nimmt. In dieser Studie waren das immerhin 1500 mg Glycin. Glycin beeinflusst die GABA-Rezeptoren insofern, als das Gehirn besser auf GABA reagiert und dadurch besser entspannt.

Was ich noch zu dieser Studie hinzufügen möchte: Die gleichzeitige Einnahme von Magnesium- Bisglycinat mit Magnesium-L-Threonat könnte einen noch stärkeren Effekt haben durch die Eigenschaften, die Kristina Jacoby in der oben verlinkten News beschrieben hat.

Einen Hinweis zum Abschluss: Diese verschiedenen Formen von Magnesium sollte man beachten. Einige Menschen vertragen zum Beispiel kein Magnesium-Citrat, ich gehöre dazu. Das liegt daran, dass Mg-Citrat abführend wirkt. Das trifft jedoch nicht auf die hier in dieser News genannten Formen zu. Und das dokumentiert auch wieder die hier vorgestellte Studie:



Wie man in der Tabelle ablesen kann, meldete keiner der Teilnehmer in der Interventionsgruppe mit Magnesium-Bisglycinat Durchfall, hingegen drei Teilnehmer in der Placebo-Gruppe. In Summe hat die Placebo-Gruppe mehr als dreimal so viele Nebenwirkungen gemeldet.


Was nehmen wir mit:

Magnesium-Bisglycinat wie auch Magnesium-L-Threonat wird gut vertragen und führt in einer normalen Dosierung nicht zu Durchfall. Auf Basis dieser Studien sind diese beiden Verbindungen in der Lage, den Schlaf positiv zu beeinflussen und somit ist das sicherlich ein Versuch wert für alle, die unter einem schlechten Schlaf leiden.



Quelle:

Magnesium Bisglycinate Supplementation in Healthy Adults Reporting Poor Sleep: A Randomized, Placebo-Controlled Trial, Andreas Hahn et al., 2025, DOI: 10.2147/NSS.S524348



Über den Autor:

“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”


Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors Robert Krug.