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Schimmel bekämpfen – Asthma lindern!
Der Feind lauert auf und hinter Tapeten, versteckt sich hinter Heizungen oder Schränken, tummelt sich in Schächten sowie in feuchten Bädern oder Kellern: Schimmelpilz. Und er ist nicht immer sichtbar – aber kann der Gesundheit gravierend schaden. Asthma, Triefnase, Niesattacken, Hautekzeme/Neurodermitis, Kopfschmerzen oder chronische Müdigkeit sind nur einige der Leiden, über die Bewohner Schimmel-befallenen Wohnungen klagen.
US-Forscher der Universitäten New York City, Washington und Conneticut unter Leitung der New Yorker Wohnungsbehörde (New York City Housing Authority) haben jetzt untersucht, welchen Effekt eine zügige Meldung und fachgerechte Bekämpfung von Schimmelbefall in den von der Behörde verwalteten Sozialwohnungen auf die Gesundheit der Bewohner hat. Dazu verglichen sie die Anzahl der Bewohner, die wegen Asthma die Notaufnahme von Kliniken aufsuchen mussten, mit der Zahl der Asthma-Notfälle von Bewohnern aus der Nähe, die nicht in den untersuchten Sozialwohnungen lebten.
Das Ergebnis publizierten sie im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“: Pro 1.000 Bewohner kam es jährlich zu neun weniger Asthma-bedingten Notaufnahme-Besuche; insgesamt waren es infolge einer verbesserten und koordinierten Schimmel-Bekämpfung jährlich fast 2.800 Menschen weniger, die mit akuten Asthma-Anfällen in einer Notaufnahme einer Klinik landeten. Hintergrund: 2019 hatte die Behörde die Aktion „Mold Busters“ gestartet, in der das Meldesystem für Schimmelbefall verbessert wurde und Fachleute sich innerhalb kurzer Zeit um die Schimmelbeseitigung kümmerten.
Diese Studie ist umso beachtlicher, weil die Gefahr allergischer oder anderer Erkrankungen, etwa durch Mycotoxine, zwar bekannt ist – es aber nur wenige Studien zum Thema in die breite Öffentlichkeit schaffen. Weshalb viele Menschen glauben: „So ein bisschen Schimmel schadet ja nicht.“ Übrigens ist einer repräsentativen Umfrage des Portals „Immowelt“ (2016) zufolge jeder fünfte Haushalt hierzulande von Schimmel betroffen; in jeder vierten Wohnung, in der Kinder leben, leben auch die tückischen Sporenbildner.
In der Wissenschaft weiß man über die potentiell gefährlichen Hausbesetzer längst mehr: Schimmelpilze wie einige Aspergillus-Arten sind – bei chronischer Exposition in Wohnräumen oder Besiedlung von Schleimhäuten – in der Lage, dem Menschen Eisen aus dem Hämoglobin zu klauen und eine Eisenmangelanämie zu erzeugen. Was wiederum das Risiko für (schwere) Pilzinfektionen erhöht.
Schimmelpilze können auch die Thrombozyten aktivieren, was zur Verringerung der Anzahl der Blutplättchen oder auch zur Thrombose oder gar einem Schlaganfall führen kann.
Mein Senf dazu:
- Nicht nur bei Schimmel in der Wohnung – den Eisenspiegel beim Arzt prüfen lassen und bei niedrigen Werten supplementieren. Zwar „füttert“ Eisen die Pilze – ein Mangel ist aber gefährlicher und erhöht das Thrombose-Risiko.
- Auch die Thrombozyten-Werte im Blut überprüfen lassen.
- Bei Auffälligkeit auch die Blutwerte für Vitamin B12 checken und notfalls supplementieren: Das Vitamin ist DER Leibwächter für die Blutplättchen.
Zum Weiterlesen: News vom 20.10.2025
Quellen:
Flores N, Casey J, Lovinsky-Desir S The Impact of a 2019 System-Wide Mold Intervention in NYC Public Housing on Emergency Department Visits for Asthma Journal of Allergy and Clinical Immunology, 157AB295
https://www.medscape.com/viewarticle/fix-mold-reduce-asthma-ed-visits-2026a10006qy?form=fpf
Rødland EKUeland TPedersen TM, Halvorsen BMűller FAukrust P, Frøland SS 2010. Activation of Platelets by Aspergillus fumigatus and Potential Role of Platelets in the Immunopathogenesis of Aspergillosis . Infect Immun 78:.
https://doi.org/10.1128/iai.01091-09
Über die Autorin:
Marion Meiners ist ausgebildete Verlagskauffrau und Journalistin und arbeitete viele Jahre für Zeitschriften als Redakteurin für Gesundheit und Ernährung. Zusammen mit Labor-Professor Hans-Peter Seelig schrieb sie das Buch „Laborwerte klar und verständlich“.
Ihre Begeisterung für Medizinthemen entdeckte sie in frühen Berufsjahren, nachdem ihr eine Verwandte einen Pschyrembel schenkte. Seither heißt ihr digitales „Wohnzimmer“ PubMed und die Faszination für die Ursachen-Fahndung bei Krankheiten sowie die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit hält an.
Das sagt sie über ihre Tätigkeit:
„Alles hängt mit allem zusammen im Körper. Das ist leider in unserer „Schubladen“-Medizin noch nicht so ganz angekommen. Ein Nährstoffmangel kann etwa ebenso fatale Auswirkung auf alle Organsysteme haben wie z.B. ein kranker Zahn. Umgekehrt kann schon eine veränderte Zusammenstellung der Makro-oder Mikronährstoffe in der Ernährung gigantische therapeutische Effekte entfalten. Welche, und wie gut belegt diese sind – darüber möchte ich informieren.“
