Es ist im Februar eine neue Studie herausgekommen, die über den Zeitraum von 16 Jahren in Summe 1,8 Millionen Menschen über 16 Jahre hinweg begleitet hat, um herauszufinden, bei welcher Gruppe das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht ist. Die Studie fand in vier verschiedenen Ländern statt (Indien, USA, UK und Taiwan).

Die mit Abstand größte Gruppe ist die der Fleischesser (1.645.555). Gefolgt von der Gruppe, die anstatt rotes Fleisch Geflügel gegessen hat (57.016). 42.910 Teilnehmer gaben an, dass sie nur Fisch essen, sprich Pescetarier sind. Weitere 63.147 gaben an, sich vegetarisch zu ernähren und 8849 gaben an, sich vegan zu ernähren. In dieser Zeit wurden bei dieser großen Teilnehmergruppe von über 100.000 verschiedene Arten von Krebs beobachtet und man bemerkt sofort, dass es sich um eine epidemiologische Auswertung handelt. Ich unterstelle auch immer mal, dass die wenigsten Menschen sich 16 Jahre lang unverändert ernährt haben, aber schauen wir uns trotzdem das Ergebnis an.

Die seit Jahrzehnten gängige Verkündung lautet ja, dass Darmkrebs durch den Verzehr von rotem Fleisch entsteht, also einem Lebensmittel, was wir sehr wahrscheinlich über 3 Millionen Jahre zu uns nehmen. Doch so wurde uns das bis vor kurzem immer wieder vermittelt. Und vor allem der Verzicht darauf soll wahre Wunder vollbringen. Wenn wir die Auswertung dieser Studie anschauen, dann steht dort plötzlich: Die vegane Ernährung hat ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs und Vegetarier haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs. Diese Ergebnisse erfolgen hier immer im Vergleich zu den Fleischessern. Spannend!


Was nehmen wir mit?

Ich will an dieser Stelle auch fair gegenüber den Ergebnissen bezüglich der veganen und vegetarischen Ernährung sein. Fast alle „Risiken“, die in der Studie ausgegeben werden, sind für mich extrem gering. Und zudem merke ich auch hier an: Diese Funde dürfen nur einen Verdacht äußern. Den einzigen Verdacht, den ich tatsächlich mit einem erhöhten Risiko von 1.93 sehe, ist der tatsächlich bei den teilnehmenden Veganern bezüglich Dickdarmkrebs. Auch hier liegt natürlich nur ein Verdacht vor, aber einem 93 Prozent höheren Risiko im Vergleich zu einem sich normal ernährenden Menschen sollte man nachgehen. Ein Grund könnte hier das sehr häufig verwendete Sonnenblumenöl sein, welches in sehr vielen veganen Produkten verwendet wird. Nicht, dass ich solche Produkte freiwillig essen würde, aber ich schaue mir schon ab und zu die beängstigende Zutatenliste solcher „Nahrungsmittel“ an. Für mich persönlich nehme ich mit: Fleischverzehr hat in dieser groß angelegten epidemiologischen Auswertung mal wieder kein Risiko aufgezeigt. Das wundert mich nicht, da ich bereits einige solcher Auswertungen in meinem Eiweißbuch genannt bzw. referenziert hatte.




Quelle:

Vegetarian diets and cancer risk: pooled analysis of 1.8 million women and men in nine prospective studies on three continents, Aurora Perez-Cornago et al., 2026, DOI: 10.1038/s41416-025-03327-4