Gibt es einen Einfluss von „gesunder“ Ernährung auf Lungenkrebs – und wenn ja, welchen? Unerschrockene Forscher der University of Southern California (USC) gingen jetzt einer paradoxen Korrelation nach, nämlich der eines rätselhaften Anstiegs von Lungenkrebserkrankungen bei jüngeren Nikotin-Abstinenzlern, die sich zudem noch besonders gesund ernährt hatten…

Aber zurück zu dem Punkt, wie es zu dieser Forschung und der Hypothese, es könne da einen Zusammenhang geben, kam. In den USA (und nicht nur dort) galt Lungenkrebs bislang als eine typische Erkrankung bei älteren Rauchern (durchschnittliches Alter bei Diagnosestellung: 71 Jahre) und vornehmlich bei Männern. Seit den 80er Jahren aber sind in der westlichen Welt die Raucherzahlen und Lungenkrebs-Neuerkrankungen rückläufig– nur bei einer Gruppe nicht: Jüngere Nichtraucher unter 50 Jahren, speziell Frauen, haben heute statistisch ein höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Und das gilt offenbar vor allem für die nichtrauchenden Menschen, die einen höheren Anteil so genannter gesunder Nahrungsmittel – Gemüse, Obst und Vollkorn –verzehrt hatten als die Normalbevölkerung. Das zumindest ist die verblüffende Erkenntnis von einer Forschern des USC Norris Comprehensive Cancer Center, die ihre Studie auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research im kalifornischen San Diego präsentierten.

Für ihre Arbeit analysierten die Wissenschaftler die Daten von 187 Patienten, die noch vor ihrem 50. Geburtstag die Diagnose Lungenkrebs erhalten hatten. Die meisten von ihnen hatten noch niemals im Leben geraucht. Dabei fiel den Forschern auf, dass die jungen Nichtraucher, insbesondere die Frauen, sich deutlich gesünder ernährt hatten als erwachsene Durchschnittsbürger: Während beispielsweise letztere pro Tag im Schnitt 3,6 Portionen an grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten sowie 2,6 Portionen Vollkornprodukte verzehren, hatten die Lungenkrebs-Patienten täglich 4,3 Portionen grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sowie 3,9 Portionen Vollkorn-Lebensmittel gegessen.

Als möglichen Grund dafür, warum eine so gesunde Ernährung ausgerechnet bei Nichtrauchern in einem Zusammenhang mit Lungenkrebserkrankungen stehen könnten, vermutete die Arbeitsgruppe um Krebsmediziner Jorge M. Nieva vom Keck Hospital an der University of Southern California Pestizide, wie sie bei konventionell angebauten Pflanzen zum Einsatz kommen. Für die Studie hatten die Wissenschaftler publizierte Pestizidgehalte von Früchten, Gemüsesorten und Vollkorn genutzt, um den Grad der Pestizidbelastung über die Ernährung zu errechnen.


Mein Senf dazu: Gute Wissenschaft überprüft vorurteilsfrei alles – wenn nötig, auch eine „Heilige Kuh“ namens „Gesunde Ernährung mit viel Vollkorn“. Auch wenn das nicht jedem gefallen wird. Ein solches vorurteilsfreies Herangehen erfolgte auch bei Studien, die eine Verbindung zwischen dem Risiko, an Parkinson zu erkranken, und dem Rauchen prüften. Ergebnis: Bis zu 60 Prozent und mehr Risiko-Reduktion für Raucher! PS: Was haben z.B. Vollkorn (Reis, Getreide), Mais, Früchte und Nüsse gemeinsam? Sie sind besonders anfällig für Schimmel – und der kann unzerstörbare und krebsfördernde Mycotoxine bilden. Auch dazu wären mehr Studien wünschenswert.




Quellen:

University of Southern California - Health Sciences. "Eating more fruits and vegetables tied to unexpected lung cancer risk." ScienceDaily. ScienceDaily, 17 April 2026. .

https://news.keckmedicine.org/eating-fruits-vegetables-and-whole-grains-may-increase-chance-of-early-onset-lung-cancer/

https://www.newsweek.com/fruits-and-vegetables-may-increase-your-cancer-risk-new-research-shows-11855518

Mappin-Kasirer B, Pan H, Lewington S et al. Tobacco smoking and the risk of Parkinson disease. A 65-year follow-up of 30.000 male British doctors. Neurology 2020;94:e2132-38