Ein Bandscheibenvorfall ist leider keine Seltenheit. In Deutschland kommt es ca. 150.000-mal im Jahr zu dieser Diagnose und aufgrund einer solchen Leidensgeschichte in der Familie habe ich mich gefragt, ob eine solche Erkrankung ggf. mit einem zu hohen Insulinspiegel zusammenhängen könnte. Denn wir wissen ja, dass Insulin indirekt dazu führt, dass zu viel Gelenkknorpel abgebaut wird (News vom 04.01.2024). Daher dachte ich mir: Könnte es sein, dass dieses Enzym mit dem komplizierten Namen Metalloproteinase auch hier eine Ursache sein könnte?

Und ich wurde schnell fündig mit der Studie von T. Nishida. Er untersuchte 21 Patienten mit einem Bandscheibenvorfall bezüglich des Enzyms Metalloproteinase MMP-3. Ich lasse einfach mal direkt ein Bild aus der Studie für sich sprechen:



Was man hier sieht, sind die MMP-3-produzierenden Zellen im Gewebe. Ganz links im Bild (a) sehen Sie ein normales Gewebe einer Bandscheibe. Im Fall (b) eine bereits erkrankte Bandscheibe. Hier sind schon deutlich mehr MMP-3-produzierende Zellen zu erkennen. Und dann, absolut deutlich, der Fall (c) mit einem Bandscheibenvorfall.


Woran liegt das?

Nun, durch das zu hohe Insulin produziert der Körper zu viele dieser Enzyme bzw. Zellen, die MMP-3 herstellen. Wir haben den gleichen Befund bei den Kniegelenkknorpel-Erkrankungen gefunden. Doch das MMP-3-Enzym ist nicht der einzige Grund. Bei Hyperinsulinämie / Insulinresistenz kommt eine chronische Entzündung als zusätzliches Problem hinzu. Man findet in diesem Zusammenhang häufig zu hohe Werte für TNF-α und IL-1β. Diese Entzündung trägt zum Entstehen des Bandscheibenvorfalls bei, da es in Summe zum Abbau des Kollagens und somit zur Bandscheibendegeneration kommt.


Was nehmen wir mit?

Wieder einmal wird klar, wie wichtig es ist, auf einen gesund niedrigen Insulinspiegel zu achten. In meinem kleinen Ratgeber zum Thema Insulin habe ich einige Erkrankungen – ausgelöst durch einen zu hohen Insulinspiegel – aufgelistet und das sind allesamt die großen Brocken im „Gesundheits“-System. Leider ignoriert dieses „Gesundheits“-System bis heute das Thema Insulin mehr oder weniger komplett und erzählt gerade diesen erkrankten Menschen, sie sollen ruhig weiter 60 Prozent Kohlenhydrate essen. Auch Zucker wäre kein Problem. Die Aussage habe ich gerade wieder erlebt bei einem Krebspatienten im Freundeskreis. Er solle ja wieder zunehmen und daher solle er möglichst viel Süßes essen. Wir kämpfen gegen Windmühlen, aber wir kämpfen weiter!




Quelle:

Kinetics of tissue and serum matrix metalloproteinase-3 and tissue inhibitor of metalloproteinases-1 in intervertebral disc degeneration and disc herniation, T. Nishida, DOI: 10.2739/kurumemedj.46.39