Mit dem Alter lassen die geistigen Fähigkeiten automatisch nach und mit jedem weiteren Geburtstag „tüddelt“ man eben ein bisschen mehr als früher… glauben zumindest immer noch viele Menschen. Liebe Leute, das ist falsch! Wie jüngst einmal mehr eine aktuelle Studie der University of Texas in Dallas (USA) eindrucksvoll nachwies.

Für ihre Untersuchung, die in „Scientific Reports“ (gehört zum Nature-Portfolio) veröffentlicht wurde, verfolgte das Forscher-Team um Psychologin und Sprachtherapeutin Lori G. Cook vom Center for BrainHealth an der University of Texas drei Jahre lang die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten von fast 4.000 Menschen im Alter von 19 bis zu 94 Jahren. Über die Dauer von drei Jahren absolvierten die Probanden online verschiedene Trainings-Übungen, die fünf Schwerpunkte für die Hirnfitness umfassten.

Dazu zählten z.B. Konzentrationsübungen, die ihnen halfen, besser zu fokussieren und sich nicht ablenken zu lassen. Zusätzlich übten sie, Informationsschwerpunkte zu erkennen, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und Lösungen zu finden sowie sich über Assoziationen „Merkhilfen“ zu schaffen und das Gedächtnis damit zu verbessern. Diese Übungen erforderten täglich nur zwischen fünf und 15 Minuten Zeitaufwand – und wurden von den Forschern gemonitort.

Zusätzlich erhielten die Teilnehmer Informationen über die Wichtigkeit von Schlaf und Resilienz für das Gehirn und konnten alle drei Monate online ein persönliches Coaching in Anspruch nehmen. Alle sechs Monate unterzogen sich die Testpersonen einer Bewertung, in der die Forscher kognitive Leistungen, soziale Bindungen, die emotionale Balance sowie Schlaf, Belastbarkeit und Zielstrebigkeit erfassten.

Das Fazit nach drei Jahren: Die Hirnfitness kann sich in jedem Alter verbessern – den Forschern zufolge auch dann noch, wenn man über 80 ist! Selbst Studienteilnehmer, die zu Beginn der Studie die niedrigsten Hirnleistungs-Scores aufwiesen, erzielten durch engagiertes Training den größten Zuwachs an kognitiven Fähigkeiten. Aber auch die Denkleistung der „High Performer“ verbesserten. Je engagierter die Probanden sich mit den Übungs-Tools befassten, desto größer im Anschluss die Kapazität im Oberstübchen. Schlussfolgerung der Autoren: Weder Alter noch Geschlecht oder Bildungsgrad beeinflussten den Zuwachs an kognitiver Verbesserung – es war alleine der Ehrgeiz, ständig Neues zu lernen und damit die grauen Zellen auf Trab zu halten.

Die Weisheit „Use it or lose it“ (benutze es oder verliere es) gilt eben nicht nur für Muskeln, sondern auch fürs Gehirn.

Schneller denken, weniger vergessen und was man sonst noch tun kann, um die Denkzentrale im Kopf forever young zu halten, hat Dr. Ulrich Strunz in seinem Bestseller „77 Tipps für ein gesundes Gehirn“ zusammengefasst.




Quellen:

https://www.sciencedaily.com/releases/2026/06/260613034222.htm

Lori G. Cook, Jeffrey S. Spence, Zhengsi Chang, Erin E. Venza, Aaron Tate, Ian H. Robertson, Mark D’Esposito, Geoffrey S. F. Ling, Jane G. Wigginton, Sandra Bond Chapman. Measuring and increasing the brain health span across adulthood: a public health imperative. Scientific Reports, 2026; DOI: 10.1038/s41598-026-51403-3