Dr. med. Philip Ovadia ist Herzchirurg. Er hat nach eigenen Angaben über 10.000 Herzoperationen durchgeführt. An der Universität lernte er, dass Cholesterin gefährlich für unsere Gefäße sei, so wie es wahrscheinlich auch unsere Hausärzte gelernt haben. Doch Philip Ovadia stellte immer wieder fest, dass viele seiner Patienten, die er operieren musste, einen ganz normalen Cholesterinwert hatten und trotzdem gerade mit einem schweren Herzinfarkt vor ihm auf dem OP-Tisch lagen. Genau dieser Verdacht wurde zudem in der Studie von Gregg Fonarow bestätigt. Ein zweites Puzzleteil waren Patienten mit extrem hohen Cholesterinwerten, die überhaupt keine Ablagerungen hatten. Diese beiden Beobachtungen brachten Philip Ovadia dazu, Fragen zu stellen, ob das Modell, was ihm beigebracht wurde und bis heute Anwendung findet, denn richtig sei!
Denn der gute Philip Ovadia machte eine ganz andere Beobachtung. Seine Patienten litten extrem häufig an der sogenannten metabolischen Störung, die wir hier in den News fast ausschließlich ansprechen. Durch diese Entgleisung des Stoffwechsels, erkennbar an zu hohem Insulin und infolge von zu hohem Blutzucker, werden die empfindlichen Blutgefäße beschädigt. Cholesterin kommt nun ins Spiel, da Cholesterin hinzugerufen wird, um die Stelle in den Blutgefäßen zu reparieren. Durch die ständig weiter auftretenden Blutzuckerspitzen kommt es wieder und wieder zu Verletzungen und Entzündungen, was dann zu Ablagerungen führt.
Philip Ovadia bringt hier beim Cholesterin die Analogie zur Feuerwehr. Immer wenn ein Haus brennt, kommt die Feuerwehr. Doch die Feuerwehr ist nicht schuld am Hausbrand. Wir beschuldigen jedoch seit 50 Jahren die Feuerwehr dafür, dass die Häuser brennen. Man muss sich nur die Laborbögen anschauen. Dort wird heute noch lauter als vor 30 Jahren ein Cholesterin von über 200 mg/dl als „erhöht“ in tiefrot dargestellt. Dabei wissen wir, dass ein Wert von 230 mg/dl mit der geringsten Sterberate einhergeht (siehe News vom 25.05.2023).
Und dann kommt Philip Ovadia zu einem wichtigen Punkt: Wenn wir uns ketogen oder karnivor ernähren, gehen die Cholesterinwerte nach oben. Doch im Gegenzug fallen die problematischen Blutwerte wie z. B. Triglyceride, C-RP und vor allem Insulin, ganz zu schweigen vom Blutzucker. Zudem beobachtet Philip Ovadia, dass Patienten mit dieser Ernährung sehr viel Gewicht verlieren und er selbst gehört auch dazu. Er hat durch die karnivore Ernährung über 50 Kilogramm an Gewicht verloren.
Was nehmen wir mit?
Die gesamte Theorie um Cholesterin ist falsch. Das wahre Problem ist das hohe Insulin, die Blutzuckerspitzen, die Fettleber und somit der Diabetes Typ-2 und genauso gefährlich: Der Prä-Diabetes, der häufig gar nicht erkannt wird. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Philip Ovadia begleitet viele Patienten bei der Umstellung auf eine Low Carb- oder gar karnivore Ernährung und stellt fest, dass die Risikofaktoren im Blut sofort deutlich sinken und keine neuen Ablagerungen mehr hinzukommen. Und als Tipp von mir am Ende: Mit Nattokinase und einer guten Versorgung mit allen Vitalstoffe kann man solche Ablagerungen auch zurückbilden. Wer die Aussagen von Philip Ovadia vertiefen und durch Studien belegt sehen möchte, dem empfehle ich meinen kleinen ganzheitlichen Cholesterinratgeber. Da sind alle Referenzen enthalten und die Zusammenhänge dargestellt.
Quelle:
Lipid levels in patients hospitalized with coronary artery disease: an analysis of 136,905 hospitalizations in Get With The Guidelines, Gregg C Fonarow et al., 2009, DOI: 10.1016/j.ahj.2008.08.010