Auch ich lese jeden Montag die „deutsche Krankheit“. Das Zitat stammt vom Philosophen Prof. Alfred Grosser aus Frankreich. Der den Satz geprägt hat: die Deutschen haben nur eine Krankheit, die nennt sich „der Spiegel“. Denn: Wenn Sie den Spiegel durchgelesen haben, wie ich das seit 50 Jahren jeden Montag tue, dann hassen Sie am Schluss wieder 7 neue Leute mehr, die sie vorher gar nicht gekannt haben. Muss das gesund sein...

Man kommt sich jedes Mal vor wie der letzte Aufrechte: Um einen herum nur Betrug, Unterschleif, Bestechung. Genauso wird es uns suggeriert von der „deutschen Krankheit“. Die ich heute, leicht vorgealtert, anders lese: die schlage ich als erstes hinten auf. Hinten finden sich die Todesanzeigen. Die interessieren mich am meisten. Weshalb? Da werden berühmte Menschen porträtiert, die in dieser Woche gestorben sind. Die interessieren mich. Und da finde ich viel zu häufig 60 jährige, 65 jährige, 70 jährige, die dahingeschieden sind. Menschen, denen wir viel verdanken, und von denen wir noch viel erwarten hätten können.

Konjunktiv. Jetzt sind sie tot. Mit 60. Und da steht er auf, der berühmteste Leistungsphysiologe dieser Welt und sagt: Alles Kokolores. Laut seiner Kurve geht es mit 60 erst los. Da hören Sie mir regelmäßig mit dem Denken auf. Denn die Kurve bedeutet doch mit 60 sind Sie 30. Und jetzt, mit 60 können Sie langsam anfangen, zu lumpen, also abzubauen. Sich zu vernachlässigen. Alt zu werden.

Nur, wenn sie mit 60 schon tot sind? Dann fällt dieses herrliche Gedankengebäude einfach in sich zusammen.
Das schönste an der Geschichte: Immer wenn Costill seinerzeit die berühmten Vorträge gehalten hat über Leistung und Jugend, stand hinten einer auf. Hinten im Auditorium. Das war Prof. Walter Bortz. Von der Uni Palo Alto in San Franzisco. Damals der berühmteste Altersforscher dieser Welt, der Vorsitzende der „gerontologischen Gesellschaft“ in den USA. Und der stand auf und sagte „That’s wrong, John, that’s wrong. Not until 60, but until 70!“

Sie können, so widersprach er, Ihre jugendliche Leistungsbereitschaft sogar bis zum 70ten Lebensjahr aufrechterhalten. Und natürlich hatte er, ganz Wissenschaftler, recht. Der hatte dieses hohe Alter ja auch schon erreicht.

Glaubt man nicht. Glauben Sie nicht. Weiß ich. Ach wissen Sie: Kommen Sie doch einfach mal mit. Im Oktober. Nach Hawaii. Da gibt es diesen komischen Triathlon, wie Sie wissen. In Wahrheit ein vernünftiger Marathonlauf. Wird also nicht wie beim normalen Lauf einfach losgeprescht, sinnlos übersäuert, sondern da wird erst einmal ... gebadet. In aller Ruhe. Dann wird sich auf dem Radl warm gestrampelt. Tut den Muskeln gut. Bereitet vor. Und dann, dann erst geht man gut präpariert in den Lava-Hitze-Marathon hinein. 

Und da gibt’s Exemplare, die 60, 65, 70 Jahre alt sind. Seit neuestem auch eine Dame mit 82 Jahren, die wir soeben in Roth beim Ironman erleben durften. Sehen Sie... die leben all das längst, wovon wir hier gerade sprechen. 

Aber es kommt ja noch schlimmer:

Natürlich kriegt der eine oder andere von Ihnen beim Lesen dieses Vortrages plötzlich einen so traurigen Blick. Wenn er nämlich verinnerlicht, dass er mit 30 etwas tun hätte sollen. Damit er mit 50, 60, 70 noch leistungsstark ist. Nur... er ist jetzt schon 32. Der Zug ist offenbar abgefahren. Für diese bedauernswerten Menschen gibt es noch eine ganz andere Messkurve, die dann geht wie folgt: 

Beim 25ten Lebensjahr erreicht die Leistungsfähigkeit ein Maximum und ... steigt dann langsam weiter an bis 60, bis 70. Der Grad der Jugend nimmt also zu. Der Pfeil zeigt nach oben. Heißt: 

Liebe Leser, es ist völlig wurscht, an welchem Punkt Sie gerade stehen. Lumpen Sie weiter, alles schnurz piepe, warten Sie ruhig noch 10, 15 Jahre. Ich hab doch auch bis 45 gewartet, bevor ich gemerkt habe, dass ich mir nichts mehr merke. Ich weiß nicht, ob Sie diesen Zustand bereits kennen. 

Sie können also ruhig bis zum 50ten LJ warten... und dann, wenn Sie’s richtig machen, und wie das geht, lesen sie in allen meinen Büchern, denn können sie Ihre eigene jugendliche Leistungsfähigkeit, die Sie persönlich mit 25 hatten, noch übertreffen. Der Pfeil geht also nach oben und das ist neu.

Hatten Sie bisher geglaubt, dass Sie sich mit sehr, sehr viel Anstrengung und Kasteien vielleicht einigermaßen fit und jung erhalten – einigermaßen – dann lassen Sie sich sagen: Wir sind heute weiter. Wir wissen heute mehr. Wir sprechen über den Pfeil nach oben. Und genau dies ist mein Hobby geworden, zu diesem Thema sammle ich jede nur mögliche Information – und gebe sie weiter in den täglichen News, wie Sie wissen.

Der Traum von der andauernden Jugend... ist längst kein Traum mehr. Ist wissenschaftliche Wahrheit.

PS: Das jetzt folgende 3-Tage-Seminar „Kreativität und Höchstleistung“ gibt’s als DVD unter http://www.ifg-fortbildung.de/ueberuns/dvdsetbestellen.html