Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Um die neuen Datenschutzrichtlinien zu erfüllen, müssen wir Sie um Ihre Zustimmung für Cookies fragen. Weitere Informationen
Das legalste Doping im Sport
Sie kenne alle die Bilder von Athleten unmittelbar vor einer Finalteilnahme: Die ernsten Gesichtszüge werden von einem starren, fokussierten Blick begleitet. Eine geschwollene Brust trägt dieses Konstrukt auf die Startbrücke inmitten der Zuschauer.
Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass hier ein künstlich hochgeputschtes Nervenbündel einmarschiert. Denn die Gedanken über Eventualitäten im Rennverlauf oder über Sieg- und Niederlage veranstalten ein Konzert aus Emotionen. Niemand kann diesem Druck standhalten. Drum entwickelten Athleten Methoden, sich von dieser Gedankenspirale abzuwenden. Die Vielfalt dieser ist groß, doch müssen die Praktiken erst zeitaufwändig erprobt werden, bevor sie weltbühnentauglich sind.
Also beschränke ich mich heute auf die simpelste und zugleich wirkungsvollste Methode, die nicht nur im Wettkampf-Setting angewendet werden kann. Nein, sie eignet sich ausdrücklich für jede Lebenslage: Musik.
Wieso kann das funktionieren? Musik überstrahlt die Gehirnzentren, welche Ermüdung und Unbehagen registrieren. Die Aktivierung des Nervensystems durch einen guten Beat konkurriert mit neuronalen Signalen von Schmerz, Muskelermüdung oder Atemnot. Wir nehmen Belastung nun geringer wahr. Auch die Freisetzung von körpereigenen Opioiden sorgt für diesen Effekt. Doch, da ist noch mehr: dank des Dopaminanstiegs durch Aktivierung der Belohnungssysteme im Gehirn erfahren wir höhere Motivation und Leistungsbereitschaft.
Wenn sich Elitesportler diese neurobiologischen Prozesse zu Nutze machen, um sich kurz vor einem Rennen einmal komplett aus der Realität zu beamen, dann kann jeder sich daran etwas abschauen. Zumindest für das eigene Training. Denn Musik schafft ohne große Bemühungen das, was sonst nur durch komplexe Atemmanöver oder Meditation zu erreichen ist: Wir wechseln in den Kämpfer-Modus, synchronisieren Bewegungen mit dem Takt, binden unsere Aufmerksamkeit an die dröhnenden Töne und vergessen das Rundherum.
Wie sie diesen Effekt unmittelbar spüren? Suchen Sie sich einige Lieder, die Sie in Fahrt bringen. Schwelgen Sie einmal in Erinnerungen. Welche Lieder haben Sie vor einigen Jahren so richtig aus den Socken gehauen?
Ich weiß, Musik ist Geschmackssache. Doch wer von Ihnen Inspiration benötigt: Folgend eine Auswahl an Tracks, die mir im Training oft unter die Arme greifen und mich beim Wettkampf durchs Wasser fliegen lassen.
Eminem – `Till I Collapse
Royal Republic – Getting Along
Bring Me The Horizon – Throne, Sleepwalking
YoungGuns – Bulletproof
Lindemann – Allesfresser
Rammstein – Benzin, Gift
DJ Antoine – Welcome to St. Tropez
Die Atzen, Nena – Strobo Pop
Scooter – 4 AM
Die Atzen – Disco Pogo
David Guetta – Play Hard
Sean Paul – Ebony Eyes
Natürlich eignet sich Musik nicht nur für den Sport. Auch und insbesondere beim ausgelassenen Feiern ist sie unersetzlich. Dass sich das eine aus dem anderen ergibt, haben wir schon bei so mancher Meisterschaft zur Genüge erprobt. Daraus ergibt sich dann auch die Handlungsempfehlung zum Ende dieser News: Trainieren Sie zu der Musik, zu der Sie auch Ihren Sieg feiern würden.
Quellen:
- Ballmann CG, McCullum MJ, Rogers RR, Marshall MR, Williams TD. Effects of preferred vs. nonpreferred music on resistance exercise performance. J Strength Cond Res. 2021;35(6):1650–1655.
- Cavaggioni L, Formenti D, Ouergui I, Perpetuini D, Castiglioni P, Berengan A, et al. Effects of music listening on anaerobic performance and motivation in healthy young adults. Front Sports Act Living. 2025;7:1518359. doi:10.3389/fspor.2025.1518359.
Über den Autor:
“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.
Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“
Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!
Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."
