Heißes Thema in der Forscherwelt ist derzeit Alzheimer – und die Rolle von (chronischen) Infektionen durch Pilzen (Hefen und Schimmelpilze), die womöglich an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Tatsächlich können beide Pilzarten Studien zufolge auf verschiedenen Wegen ins Gehirn gelangen und dort u.a. Gedächtnisprobleme und Entzündungen auslösen – und das offenbar nicht nur bei schwerst Immungeschwächten. Vorbeugen ist also besser als das Oberstübchen in Gefahr zu bringen. Das ist dafür wichtig:

  1. Nach einer Diagnose auf (Früh-)Demenz notfalls eine ärztliche Zweit-, Dritt- oder Viert-Meinung einholen, um eine (behandelbare) Infektion mit Pilzen oder anderen Erregern gesichert auszuschließen – oder nachzuweisen. Das kann sich lohnen, wie publizierte Fälle zeigen. Ein Beispiel: Ein 70-jähriger US-Patient mit Demenz-Diagnose, der drei Jahre an zunehmenden Symptomen litt, wurde durch eine antimykotische Therapie geheilt. Denn erst bei einer Wiederholungs-Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit konnten Ärzte eine Infektion mit dem Hefe-ähnlichen Pilz Cryptococcus neoformans nachweisen.

    Auch bakterielle Infektionen können zu Demenzerscheinungen führen – und als Alzheimer fehldiagnostiziert werden. Das erlebte z.B. US-Country-Star Kris Kristofferson („Help me make it throught the night“): Nach einer Fibromyalgie-Diagnose in 2004 häuften sich Gesundheitsprobleme und Verwirrtheit – er vergaß sogar Songtexte oder wo er gerade war. Alzheimer, sagten die Ärzte und verschrieben ihm Mittel gegen Demenz und Depressionen. Erst zwölf Jahre später untersuchte ein Arzt den damals 80-jährigen auf Borrelien. Der Test war positiv – der Sänger litt an Neuroborreliose nach einem Zeckenbiss viele Jahre zuvor. Er erhielt Antibiotika und andere Medikamente – und war schlagartig wieder „zurück“, wie seine Frau es beschrieb. Der Sänger ging sogar wieder auf Tourneen und sang auf einem Kreuzfahrtschiff, bevor er 2024 im Alter von 88 Jahren verstarb.

  2. Mikronährstoffe testen & supplementieren! Ganz besonders Eisen: ein Mangel fördert Pilzinfektionen und Thrombosen, schwächt die Immunabwehr. Eine Eisenmangel-Anämie erhöht das Risiko für Demenz und Alzheimer um beachtliche 66 Prozent (aktuelle Studie des schwedischen Karolinska-Institutet und der University of Stockholm in JAMA Network Open). Die schwedischen Forscher vermuten Sauerstoffmangel im Gehirn durch das verminderte Hämoglobin sowie oxidativen Stress als Ursache.

    Wichtig zu wissen: Eisenmangel erhöht auch das Risiko für Pilzinfektionen bei ansonsten Gesunden. Beispielsweise für orale Candida-Infektionen um bis zu 80 Prozent laut einer Studie. Auch bei Dauerkontakt mit Wohnungsschimmel und ständigem Einatmen von Sporen lauern Gefahren: Schimmelpilze brauchen Eisen für ihre Vermehrung und rauben es dem Menschen mithilfe spezieller Eiweiße aus dem Hämoglobin und dem Ferritin (Eisenspeicher). Der Mensch braucht aber Eisen, um seine Immunabwehr gegen die tückischen Invasoren zu stärken.

    „Viele Patienten, die längere Zeit Schimmel ausgesetzt sind oder mit Schimmel besiedelt sind, weisen Eisenmangel-Symptome auf“, schreiben Experten der Portland Clinic of Natural Health in Tigard, Oregon (USA). Im Zweifel bei einem Mangel gilt also: Auffüllen und die Immunabwehr unterstützen. Weitere wichtige Nährstoffe für die Check-Liste: Vitamin B12 ist für die roten Blutkörperchen und die Fitness von Thrombozyten elementar. Ein Mangel begünstigt Demenz. Folsäure: Defizite erhöhen den Homocysteinspiegel – ein bekannter Risikofaktor für Alzheimer & Co.

  3. Schimmel im Haus konsequent bekämpfen! Selbst kleine sichtbare Stellen können große Ursachen wie etwa eine versteckte Feuchtigkeitsquelle in Wänden oder Leitungen haben. Deshalb besser einen Experten zu Rate ziehen und fachkundig beseitigen lassen. Die Gesundheit wird es danken.




Quellen:

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