Vor ein paar Tagen habe ich einen aus meiner Sicht sehr witzigen Reel in den sozialen Medien gesehen. Da war ein Mann, der sich in Zeitraffer dabei gefilmt hatte, wie er täglich 30 Minuten lang nichts tat. Er hat nicht aufs Handy geguckt, nicht gelesen und keine Musik gehört. Stattdessen hat er auf seinem Schreibtischstuhl herumgehampelt. Das Ergebnis seines Selbstversuchs nach einem Monat: Er war innerlich ruhiger, konzentrierter bei der Arbeit und konnte seine Gedanken und Emotionen besser wahrnehmen. Genau die Effekte, die auch durch Meditation entstehen.

Ich vermute, dass das Wort „Meditation” viele Menschen abschreckt. Viele können sich wahrscheinlich gar nicht richtig vorstellen, was Meditation überhaupt ist. Einige verbinden es vielleicht auch mit religiösen Praktiken.

Mir gefällt dieser Selbstversuch. Für mich ist das ein guter Einstieg ins Meditieren. Es ist sehr hilfreich, wenn man es täglich praktiziert. Es muss am Anfang keine halbe Stunde sein, selbst 10, 15 oder 20 Minuten sind ein guter Anfang. Besser, als auf einem Bürostuhl an einem unordentlichen Bürotisch herumzuhampeln, ist es, sich entspannt, aber aufrecht hinzusetzen. Es muss nicht der Schneidersitz auf einem Meditationskissen sein, ein normaler Stuhl reicht vollkommen aus. Gut ist es, wenn man beide Füße fest auf dem Boden aufsetzen kann.

Für viele ist es auch hilfreich, die Augen zu schließen. Wenn man jedoch Gefahr läuft, einzuschlafen, ist es besser, die Augen offen zu halten. Es wird einem nicht gelingen, an nichts zu denken. Das schaffen selbst Personen, die seit Jahren oder Jahrzehnten meditieren, nur für eine kurze Zeitspanne. Am Anfang reicht es vollkommen aus, die Gedanken zu beobachten und sie nach einiger Zeit ziehen zu lassen, also bewusst an etwas anderes zu denken.

Am Anfang, als ich mit dem Meditieren angefangen habe, habe ich mir immer innerlich gesagt: „Es reicht jetzt mit diesem Gedanken.” Ich war gespannt, welcher als nächster kommt, und habe dann neugierig gewartet. Wenn man es einerseits schafft, Gedanken bewusst wahrzunehmen, und andererseits eine kleine Lücke zwischen dem einen Gedanken und dem nächsten entsteht, dann sind das bereits sehr gute Zeichen.