Na da schau her! Magermilch hat weniger Kalorien und durchs Entrahmen kaum noch Fett – also bleiben Kinder auch schlanker, wenn sie fettarme Milch trinken... Mindestens drei Jahrzehnte lang glaubte man das in der westlichen Welt. Aber: Das absolute Gegenteil ist der Fall, wie immer mehr Untersuchungen belegen, zuletzt auch die Studie eines Forscherteams der University of Toronto in Ontario (Kanada). Da kam nämlich einmal mehr heraus: Kinder, die in frühen Lebensjahren fetthaltige Vollmilch tranken, waren später seltener übergewichtig im Vergleich zu Kindern, die mehr Magermilch erhielten…

Für ihre Arbeit, publiziert in der Mai-Ausgabe des „American Journal of Clinical Nutrition“, werteten die Forscher die Daten von mehr als 2.000 fünf-bis achtjährigen kanadischen Kinder aus der prospektiven kanadischen CHILD-Kohortenstudie aus. In dieser Langzeitstudie werden die Gesundheits-und Ernährungsdaten kanadischer Kinder von Geburt bis ins Jugendalter kontinuierlich gemonitort.

Die Autoren erfassten dabei die Menge und den Fettgehalt der Milch, den die Kinder im Alter von fünf Jahren getrunken hatten; weiterhin erfassten sie bei den Fünfjährigen den Body Mass Index (BMI) sowie das Verhältnis von Taille zur Größe. Im Alter von acht Jahren wurden bei den jungen Probanden schließlich mithilfe einer Bioimpedanz-Analyse auch die Körperfettmasse und zusätzlich das Vorliegen einer Fettleibigkeit geprüft.

Ergebnis: Kids, die im Alter von fünf Jahren Vollmilch tranken, hatten einen signifikant (66 Prozent) geringeren Body Mass Index im Vergleich zu den Magermilch-trinkenden Kinder sowie bis zum Alter von acht Jahren ein um 69 Prozent geringeres Risiko für Fettleibigkeit. Mehr als die Hälfte der Kinder in der Studie hatten im Schnitt täglich weniger als ein Glas Milch bis zum Erreichen des fünften Lebensjahres getrunken; aber selbst mit diesem geringen Milchkonsum wiesen die Kids, die Vollfett-statt Magermilch bekommen hatten, einen signifikant niedrigeren BMI sowie deutlich geringere Anzeichen von Fettleibigkeit auf im Vergleich zu den kleinen Konsumenten fettarmer Milch.

Milchfett macht also bewiesenermaßen nicht fett – diese Ergebnisse waren so deutlich, dass Forscher dazu raten, die Empfehlung von fettarmer Milch in den kanadischen Leitlinien für Kinderernährung zu überdenken. Auch in den USA galten bis zum Vorjahr vergleichbare Ernährungsempfehlungen für Kinder und den Milchkonsum; seit in diesem Jahr unter der Ägide von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy jr. die neuen Nationalen „Dietary Guidelines for Americans 2025-2023“ veröffentlicht wurden, ist es Schulen im Rahmen des Nationalen Schulessen-Programms wieder erlaubt, Voll-statt Magermilch auszuschenken. Dazu wurde sogar eigens im Januar 2026 der „Whole Milk for Healthy Kids Act“ verabschiedet…

PS: Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung übrigens hartnäckig fettarme Milchprodukte und Magerquark, um Kalorien zu sparen; in Sachen Kinderernährung haben sie sich diesbezüglich (noch) nicht festgelegt...




Quellen:

Zeitoun T, Chen Z, Burgner D et al: Milk fat intake, adiposity, and obesity in Canadian children: findings from the prospective Canadian CHILD Cohort Study

The American Journal of Clinical Nutrition, 2026; 123

Astrup A, Agostoni C
The low-fat milk recommendation for young children: time for a re-evaluation
The American Journal of Clinical Nutrition, 2026; 123

https://www.utoronto.ca/news/u-t-study-finds-whole-fat-milk-lowers-risk-child-obesity